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> Führerschein: Umschreibung alter "3er" (BRD), Besitzstände | CE79 | Achsanzahl
Rolf Tjardes
Beitrag 14.12.2003, 17:10
Beitrag #1


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QUELLTEXT
[URL=http://www.verkehrsportal.de/board/index.php?showtopic=2207]FAQ: Umschreibung alter "3er" (BRD)[/URL] (Besitzstände | CE79 | Achsanzahl)


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Besitzstände der alten Klasse 3 (BRD):

- Kraftwagen / Zugmaschinen bis 7,5t
- dreiachsige Fahrzeug-Kombinationen bis 18,5t
- Kleinkrafträder bis 50 ccm
- Leichtkrafträder bis 125 ccm (Erteilung vor 04/80)

Nach Umschreibung werden folgende Klassen erteilt:

- B, BE, C1, C1E, M, L
... damit dürfen schon mal wie bisher Kraftwagen / Zugmaschinen bis 7,5t und in der Anzahl der Achsen unbegrenzte Fahrzeug-Kombinationen (Gespanne) bis 12t geführt werden.

- CE(79)
... erhält man nur auf gesonderten Antrag und entspricht exakt dem alten Besitzstand für 3-achsige Fahrzeug-Kombinationen bis 18,5t. Zur Info: Die 18,5t resultieren aus § 34 Abs. 4 Nr. 3 Buchstabe a StVZO wonach die Doppelachslast bei Achsabständen von weniger als 1 Meter, die fahrerlaubnisrechtlich als 1 Achse gelten, lediglich 11t betragen darf. Resultat: 7,5 + 11 = 18,5t. "CE(79)" bedeutet: Erteilung der Klasse CE mit der Beschränkung durch Schlüsselzahl Nr. 79.

- A1
... sofern die alte Fahrerlaubnis der Klasse 3 (BRD) vor dem 01.04.1980 erteilt wurde besteht die Berechtigung zum Führen von Leichtkrafträdern bis 125 ccm.

Einige Vorteile einer Umschreibung:

Aufhebung der Achsbeschränkung für Fahrzeug-Kombinationen (Gespanne) bis 12t, bislang Beschränkung auf drei Achsen.

Im Ausland weniger Probleme. Oftmals werden veraltete Fotos oder Unleserlichkeit beanstandet. Einige Fälle wurden hier im Forum berichtet, z.B. aus Österreich und Italien.

Ab dem 50. Lebensjahr verfallen keine Besitzstände, z.B. das Führen von Fahrzeug-Kombinationen bis 18,5t. Ohne Umschreibung (einschl. ärztliche/augenärztliche Untersuchung) dürften sonst nur noch 3-achsige Kombinationen bis 12t geführt werden.

Eintrag im FS: "79(C1E>12000kg, L<=3"

("C1E>12000kg" bedeutet, dass Fahrzeug-Kombinationen auch über 12t geführt werden dürfen. Die obere Begrenzung auf 18,5t folgt indirekt aus § 34 Abs. 4 Nr. 3 StVZO => Doppelachslast bei Achsabstand von weniger als 1 Meter = 11t (Ergo: 7,5t + 11t = 18,5t). Eine Doppelachse von weniger als 1 Meter Abstand zählt dabei fahrerlaubnisrechtlich als 1 Achse.

"L<=3" bedeutet, dass solche Fahrzeugkombinationen höchstens 3-Achsig sein dürfen.

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Schlüsselzahlen siehe Anlage 9 FeV

Der Beitrag wurde von Rolf Tjardes bearbeitet: 11.06.2006, 15:31
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Rolf Tjardes
Beitrag 14.12.2003, 17:17
Beitrag #2


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Stichwort CE79:

D. Perenda schrieb ...

Zitat
Bei CE79 handelt es sich um keine Klasse im Sinne des § 6, sondern nur um ein "Konstrukt" mit dessen Hilfe eine bestehende Klasse 3 weitestgehend deckungsgleich in die aktuelle Systematik überführt wird.


CE79 nach Entzug?

D. Perenda schrieb ...

Zitat
Beim Kundenkreis aus dem Bereich Neuerteilung gibt es aber keine "bestehende" Klasse 3. Die ist nämlich mit dem Entzug erloschen. Und da eine "Erteilung" der Fahrerlaubnis eben nur in den Klassen des § 6 möglich ist, ist der Weg für eine "Erteilung" gem. CE79 verbaut.


... also: CE79 kann nach Entzug nicht erteilt werden!
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Rolf Tjardes
Beitrag 05.01.2004, 20:24
Beitrag #3


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Alter "3er" und Sattelkraftfahrzeuge ...

Es gilt: 7,5 Tonnen max. zGG für den GESAMTEN Sattelzug, bestehend aus Sattelzugmaschine und aufliegenden Sattelanhänger.

Quelle: Die neuen Fahrerlaubnisklassen, Schurig/Glowalla, Kirschbaum-Verlag.

Zitat
4. KLassen C1 und C1E (Klasse 3-alt)

4.3 Besitzstand

Bei Sattel-KFZ darf hingegen die zulässige Gesamtmasse der Zugmaschine und des Sattelanhängers max. 7,5t nicht überschreiten.


Achtung:

Hier ein Schreiben des BMVBW im Wortlaut:
Zitat
Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen
Krausenstr. 17 - 20
10117 Berlin

Datum: 20. Juli 2000


Führen von Sattelkraftfahrzeugen nach Umstellung einer Fahrerlaubnis Klasse 3

Ihr Schreiben vom 13. Juli 2000


Sehr geehrter Herr,

für Ihr o.g. Schreiben danke ich Ihnen. Dazu teile ich Ihnen Folgendes mit:

Mit der Fahrerlaubnisklasse C1E dürfen Kraftfahrzeuge der Klasse C1 (Zugfahrzeuge, maximal 7,5 t zulässiger Gesamtmasse) mit Anhängern über 750 kg geführt werden. Die zulässige Gesamtmasse der Kombination beträgt höchstens 12.000 kg, wobei die zulässige Gesamtmasse des Anhängers die Leermasse des Zugfahrzeuges nicht übersteigen darf.

Mit der durch die Schlüsselnummer 79 eingeschränkten Klasse C1E wird die aufgrund der bisherigen Klasse 3 resultierende Berechtigung zum Führen von dreiachsigen Zügen mit einem Zugfahrzeug der Klasse C1 auf Antrag weitergeführt (vgl. Anlage 9 der Fahrerlaubnis-Verordnung - FeV - zur Schlüsselnummer 79).

Die Berechtigung zum Führen von Sattelkombinationen über 7,5 t war in Klasse 3 nicht enthalten, so dass eine dem Umfang der Klasse C1E von 12 t Gesamtmasse überschreitende Sattelkombination nur mit der Klasse CE (unbeschränkt) geführt werden darf.

Mit freundlichen Grüßen
Im Auftrag


Hartmut zitierte dazu am 10.01.2004:

Zitat
".. Vielen Anfragen folgend wird außerdem ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die aus der früheren Klasse 3 resultierende Berechtigung nicht für Sattelzüge über 7,5 t gilt. Hinzuweisen ist in diesem Zusammenhang darauf, dass die nach der Umstellung erteilte Klasse C1E auch zum Führen von Sattelzügen berechtigt. Die Klasse C1E ist jedoch auf eine zulässige Gesamtmasse von 12 t beschränkt."


Auch die entsprechende Fundstelle gab er an:

Zitat
Heft der Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände e.V. München, 2. Auflage 2002, Teil 1 Anlagen zur FeV (+Teil 2). Dabei sind alle Änderungen durch die FeVÄndV in der Beschlussfassung vom 12.07.2002 enthalten. Die darin enthaltenen Erläuterungen stammen von Regierungsdirektor Christian Weibrecht. Ich denke, dass dies jeder Führerscheinstelle vorliegt.

Die von mir angeführte Erläuterung zur Anlage 9 steht auf der Seite 59.


Damit ergibt sich für Sattelkraftfahrzeuge folgendes Bild:
  • Klasse 3-alt = Sattelkraftfahrzeuge bis 7,5 t
  • Klasse C1E = Sattelkraftfahrzeuge bis 12 t
Für die 12 t-Berechtigung muss also umgeschrieben werden ...

Gruss
Rolf :-)

Der Beitrag wurde von Rolf Tjardes bearbeitet: 17.01.2004, 15:44
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Peter Lustig
Beitrag 16.03.2004, 11:29
Beitrag #4


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Tipps und Infos zum Umtausch alter Führerscheine in den neuen EU-Karten-Führerschein aus der Bundesdruckerei Berlin:
Zitat
Informieren Sie sich in Ihrem Rathaus, welche Fahrerlaubnisbehörde für Sie zuständig ist. Lassen Sie sich die Telefonnummer geben.

Rufen Sie die Fahrerlaubnisbehörde an und fragen Sie nach, ob man für Sie zuständig ist. Wann hat sie geöffnet und wann ist ein günstiger Besuchszeitraum.

Besorgen Sie sich ein aktuelles Passbild: Maße 45 x 35 mm (siehe Fotomustertafel)

Folgende Utensilien müssen Sie zur Fahrerlaubnisbehörde mitbringen:
- Ihren Personalausweis
- Ihren alten Führerschein
- ein aktuelles Passbild (Format 35 x 45 mm)
- 24,- Euro Bearbeitungs- und Herstellungsgebühr
Zusätzlich müssen LKW-Fahrer ab 50 Jahren eine Bescheinigung der ärztlichen Untersuchung und des Sehvermögens mitbringen.


Bei der Beantragung des Umtauschs eines alten Führerscheins können Sie den bequemen Direktversand Service wählen, der die Zusendung des neuen EU-Kartenführerscheins an Ihre Wohnanschrift garantiert.

Die Bundesdruckerei fertigt in durchschnittlich sechs Tagen den neuen EU-Kartenführerschein. Bitte berücksichtigen Sie, dass die Bearbeitungszeit in Ihrer Behörde und der Postweg für die An- und Rücklieferung zusätzlich Zeit in Anspruch nimmt.

Zur Abholung des neuen Kartenführerscheins ist, wenn Sie nicht den Direktversand Service nutzen, erneut der alte Führerschein zur Entwertung mitzubringen. Auf Wunsch bekommen Sie Ihren alten Führerschein entwertet zurück.
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