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> Fragebogen MPU wegen aktivem THC im Straßenverkehr
PaulPhoenix
Beitrag 11.02.2020, 14:27
Beitrag #1


Neuling


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Beigetreten: 11.02.2020
Mitglieds-Nr.: 86470



    
 
Hallo liebe Forumgemeinde,
ich bin schon seit einiger Zeit stiller Mitleser von einigen Beiträgen und finde es toll, wie sich die User untereinander zur Hilfe stehen. Vielleicht gibt es ja den ein,
oder anderen, der gerne meinen Fragebogen lesen würde und mir seine Meinung dazu sagen könnte.

Zu meiner Vorgeschichte:

Ich wurde bereits 2012 wegen Handels mit BTM ( Cannabis ) zu einem ärztlichen Gutachten vorgeladen. Dies habe ich ohne Führerscheinverlust „bestanden“,
da hier kein Konsum mehr vorlag. Den Konsum habe ich auch bis Mai 2017 gestoppt.

Jetzt wurde ich am 27.März 2019 bei einer Verkehrskontrolle in der Schweiz angehalten und positiv auf Cannabis getestet worden.
Ich wurde dann zu einem Verkehrsmedizinischen Gutachten aufgeboten und habe danach meine Fahrerlaubnis wieder erhalten. Hier wurde mir eine Auflage aufgegeben,
welche 12 Monate der Abstinenz mit regelmäßigen Urinscreening beinhaltet.
Dieses Gutachten habe ich im August 2019 erfolgreich absolviert.
Meine Abstinenz weise ich aber schon seit Juni 2019, monatlich in der Schweiz, in einem forensischen Labor für Rechtsmedizin, nach.

Im November 2019 bekam ich allerdings auch die erste Post aus Deutschland und zwar vom Bundesamt für Justiz. In diesem Schreiben geht hervor,
dass meine Straftat aus der Schweiz ebenfalls in Deutschland eingetragen wurde.

Am 28.01.2020 bekam ich dann auch Post von der Führerscheinstelle ( Landratsamt ), aus welchem hervorgeht,
dass ich bis spätestens 03.03.2020 ein medizinisch-psychologisches Gutachten beizubringen habe.
Mit folgender Fragestellung : „Kann Herr X trotz der Hinweise auf gelegentlichen Cannabiskonsum sowie der bekannten Verkehrsteilnahme unter Cannabiseinfluss,
die die Fahreignung in Frage stellt ein Kraftfahrzeug sicher führen?
Wird Herr X künftig zwischen einem möglicherweise die Fahrsicherheit beeinträchtigenden Cannabiskonsum und dem Führen eines Kraftfahrzeuges trennen?“

Allgemein

Wie alt sind Sie?

34

In welchem Bundesland leben Sie?

Baden-Württemberg


O. Warum sind Sie heute hier?

Da ich ein Kraftfahrzeug im Straßenverkehr geführt habe, obwohl ich unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln stand.

1. Was ist passiert? Beschreiben Sie den Anlass Ihrer Auffälligkeit aus eigener Sicht mit Datum und Uhrzeiten.
(Wie ist der Verstoß aufgefallen? Kam es zu einer Fahrt? Was wurde festgestellt/gefunden?)


Am Mittwoch den 27.03.2019 um 11:00 Uhr bin ich anlässlich einer Verkehrskontrolle durch die Polizei ( Schweiz ), einer Verkehrskontrolle unterzogen worden,
da ich nicht angeschnallt war. Während der Kontrolle, habe ich eine selbstgedrehte Zigarette geraucht, welche die kegelförmige Form eines Joints hatte.
Aufgrund meiner verengten Pupillen und meiner verzögerten Pupillenreflektion bestand der Verdacht auf den Konsum von BTM.
Ein freiwillig durchgeführter Drogentest verlief positiv.
Bei der anschließenden Blutentnahme wurden folgende Werte festgestellt : 4,8 ng/ml Tetrahydrocannabinol und 60ng/ml Tetrahydrocannabinol- Carbonsäure.

2. Wie viel und was haben Sie am Tag der Auffälligkeit Konsumiert?
(Genaue Angaben über sämtliche psychoaktive Substanzen, z. B. illegale Drogen, Alkohol, Medikamente; Mengen und Zeiten)

Am Abend vor der Auffälligkeit habe ich an einer Geburtstagsfeier, gegen 23Uhr, einen Joint mit Cannabis geraucht.

3. Mit welchem Gedanken sind Sie losgefahren (geplante Strecke, tatsächliche Strecke, Besonderheiten wie Ausfallerscheinungen oder Unfall)?

Am nächsten Morgen bin ich zu einem Kunden gefahren. Ich wusste,
dass ich bei meinem Kunden nur eine kurze Reparatur zu erledigen hatte und wollte danach wieder direkt nach Hause fahren um mich auszuruhen,
da ich mich an diesem Morgen müde und nicht richtig ausgeschlafen gefühlt habe. Die geplante Strecke belief sich auf Hin und Rückweg mit insgesamt 50 Km.
Die Tatsächliche Strecke belief sich auf 25 Km für den Hinweg und 2 Km bis zur Polizeikontrolle.
Zu meinen Ausfallerscheinungen zähle ich die Müdigkeit und meine daraus resultierende Konzentrationsschwäche. Ein Unfall hat nicht stattgefunden.

4. Was verstanden Sie unter Trennung von Konsum und Verkehrsteilnahme? Gab es entsprechende Vorsätze?
Bzw. wie haben Sie den Konflikt zwischen dem Drogenkonsum und dem Führen eines Kraftfahrzeuges gelöst?


Unter Trennung von Konsum und Verkehrsteilnahme verstand ich, dass man nach direktem Konsum nicht fähig ist, aktiv am Straßenverkehr teilzunehmen.
Meine Vorsätze beliefen sich darauf, den Konsum ausschließlich auf das Wochenende bzw. zwischen Donnerstag ( Freitag Home Office / keine Kundenbesuche )
und Samstag zu legen und auch über das Wochenende keinen PKW zu benutzen.
Da ich an dem Tag vor meiner Tat aber unter der Woche, an einem Dienstag, konsumiert habe, habe ich gegen meine eigenen Prinzipien verstoßen.
Da ich an dem Tag vor meiner Tat an einer Geburtstagsfeier von einem Bekannten war und ich dort einen Joint konsumiert habe.
Ich habe den Konflikt zwischen Drogenkonsum und Führen eines Kraftfahrzeuges gelöst, indem ich mir eingeredet habe,
dass ich am Morgen nach dem Konsum wieder Fahrtüchtig sei.

5. Haben Sie die Fahrt vermeiden wollen?

Nein, da ich mich, bis auf meine Müdigkeit, in einem fahrfähigen Zustand fühlte.

6. Haben Sie bereits früher im Straßenverkehr unter Drogeneinfluss gestanden und sind aufgefallen?

Nein.

7. Wie oft haben Sie unter Drogeneinfluss am Straßenverkehr teilgenommen ohne aufzufallen und was folgern Sie daraus?

Wenn man bedenkt, dass ich über 20 Monate fast jeden Samstag konsumiert habe und anschließend am Montag zur Arbeit gefahren bin,
oder an Feiern auch Mal unter der Woche, dann ergeben sich ca. 87 Fahrten unter Cannabiseinfluss ( 20 Monate = 80Wochen, + ca. 7 Feiern in 20 Monaten ).


Exploration

8. Wie sah Ihr Konsummuster aus?
(was und wie viel wurde in welchem Zeitraum auf welche Weise und ggf. in welcher Reihenfolge konsumiert; sämtliche psychoaktive Substanzen, z. B. illegale Drogen,
Alkohol, Medikamente)


Konsumiert wurde zwischen 2-3 Mal die Woche, aber es gab auch Wochen in denen ich gar nicht konsumiert habe.
Wenn es zum Konsum kam, dann wurde meistens 1-2 Joints Cannabis an einem Abend geraucht.

9. Wann haben Sie das erste Mal konsumiert (Datum)? Wie hat sich Ihr Konsum seitdem entwickelt? (Phasen, Substanzen, Mengen)?

Der erste Konsum war mit 23 Jahren am Berufskolleg im November 2008. Danach habe ich ca. alle 1-2 Monate bei einem Joint mitgeraucht.
Nach meinem Konsum von einem Joint und 2 Gläsern Sekt an Silvester 2010/2011 ging es mir sehr schlecht und ich musste mich auch übergeben.
Danach habe ich bis zum 11.Mai 2017 gar nicht mehr konsumiert.
An besagtem Tag, meinem Geburtstag, kam ein alter Bekannter aus meiner Schulzeit, vom Berufskolleg, zu meiner Feier und brachte sogenannte Cookies mit Cannabis mit.
Hier habe ich zum ersten Mal wieder unter Cannabiseinfluss gestanden.
Danach trat ich mit diesem Kollegen wieder vermehrt in Kontakt und wir haben uns auch wieder bei Ihm Zuhause getroffen um Sportsendungen zu schauen,
oder Computerspiele zu spielen. Anfangs rauchte ich dann wieder ca. einmal im Monat Tabak mit sogenanntem CBD und einige Zeit später dann auch wieder richtiges Cannabis.
Gegen Ende 2017 rauchte ich ca. einmal im Monat ein paar Züge von einem Joint mit und gegen Mitte 2018 war es schon fast jedes Wochenende der Fall,
dass ich einen Joint rauchte. Es gab aber auch Konsumpausen von 1- 2 Wochen, wenn ich z.B. von der Arbeit aus weg war, oder ich privat viele Dinge zu erledigen hatte.

10. Was war Ihnen zu Beginn des Konsums über die Wirkungen, Nebenwirkungen und Folgen des Konsums ihrer Droge bekannt?

Ich wusste das Cannabis euphorisch macht und man sehr gelassen werden kann. Zu den Nebenwirkungen wurde mir immer gesagt, dass man nicht zu viel rauchen darf,
da einem sonst schlecht werden kann und es auf keinen Fall mit Alkohol mischen darf.
Über die Folgen habe ich mir zu der Zeit noch keine Gedanken gemacht, da mir auch gesagt wurde, dass noch nie einer an Cannabis gestorben sei,
wie es bei anderen Drogen üblich ist und die Wirkung nach ein paar wenigen Stunden wieder nachlässt.

11. Wo und mit wem haben Sie überwiegend konsumiert?

Meistens bei einem Bekannten Zuhause in der Wohnung.

12. Warum haben Sie Drogen genommen?
(Innere + äußere Motive: Welche persönlichen Hintergründe gab es für den Drogenkonsum? Welchen Zweck haben die Drogen erfüllt? Welche Auslöser haben Sie zum Konsum veranlasst?)


Ich habe Drogen konsumiert um von dem Stress der Arbeit und dem Stress meines Privatlebens abschalten zu können.

Da meine langjährige Freundin und ich seit 2015 versuchten Nachwuchs zu zeugen und dies nicht funktionierte, haben wir uns ziemlich auseinandergelebt.
Wir haben immer öfter gestritten und haben uns eine Zeit lang auch getrennt, obwohl wir eine gemeinsame Wohnung hatten die wir abzahlen mussten.
Ich habe den Fehler bei mir gesucht und dachte Anfangs auch, dass ich zeugungsunfähig sei, da dies nicht der erste Fall in meiner Familie wäre.
Da wir uns beide schon immer Kinder wünschten und ich mir ziemliche Vorwürfe deshalb gemacht habe, ging es mir zu dieser Zeit sehr schlecht.

Hinzu kam, dass ich Anfang 2017 in meiner Firma über 8000 Euro Schulden hatte. Der Hintergrund hierzu ist ein steuerliches Problem gewesen.
Mein damaliger Chef hat 2015 eine Schwesterfirma in der Schweiz gegründet und mich gebeten einen Arbeitsvertrag anzunehmen,
welcher sich aus 50% in Deutschland und aus 50% in der Schweiz zusammensetzt. Da weder er noch ich wusste, dass wir die 50% aus der Schweiz,
nochmals in Deutschland versteuern mussten, habe ich nach einiger Zeit eine Steuernachzahlung vom Finanzamt über 8000 Euro erhalten.
Danach rief ich direkt meinen Chef an und habe ihm mein Problem mitgeteilt. Er hat mir direkt am Telefon versichert,
dass er mich nicht im Regen stehen lassen wird und die kosten übernimmt. Das war das letzte Telefonat zwischen ihm und mir.
Danach ging ich 2016 in die Sommerferien und in meiner letzten Urlaubswoche bekam ich einen Anruf aus der Firma, dass mein Chef gestorben ist.
Anfangs dachte ich gar nicht über das Geld nach, da ich eher in Trauer war, da ich Ihn sehr mochte und ich ihm viel zu verdanken hatte.
Nach seiner Beerdigung verging einige Zeit und es wurde klar, dass unser neuer Chef sein Sohn werden würde.
Dieser ist einige Jahre jünger als ich und wir hatten Anfangs kein gutes, aber auch kein schlechtes Verhältnis.
Da ich sehr loyal meiner Firma gegenüber eingestellt bin und ich nach dem Tod seines Vaters nicht direkt mit meinen Geldproblemen ankommen wollte,
habe ich noch einige Zeit verstreichen lassen. Leider hatte ich aber keine Möglichkeit meine Steuerschulden aus eigener Tasche zu bezahlen.
Daher entschied ich mich dazu ihn Anfang 2017 mit meinem Problem zu konfrontieren. Es hat sich in unserem Gespräch schnell herausgestellt,
dass er für keinen einzigen Cent aufkommen wird und hat mir deutlich gemacht, dass er während des Gesprächs, mit mir und seinem Vater,
in welchem er mir versprochen hatte, mir bei den Schulden zu helfen, nicht dabei gewesen ist und es hierfür keinen Entsprechenden Vertrag gab.
Nun hat er mir angeboten, das Geld vorzustrecken und mir einen Kredit zu geben. Toll- ich war nun also hoch verschuldet.

Zu dieser Zeit hatte ich mich aber schon wieder besser mit meiner Freundin verstanden und sie wohnte zwischenzeitlich auch wieder bei mir.
Das neue Geldproblem hat unsere Lage zwar nicht verbessert, aber wir haben uns noch nie wegen Geld verstritten.

Ich hatte nun also zwei Belastungen mit mir zu tragen, einmal das ich vermeintlich keine Kinder zeugen konnte und zum anderen hatte ich große Schulden.
Als ich an meinem Geburtstag 2017 den Besuch von meinem Bekannten aus der Schulzeit bekam und dieser Cannabis Cookies dabei hatte, dachte ich mir – komm,
ich mach das jetzt, vielleicht wird’s ja Lustig. Es war ohnehin ein komischer Geburtstag, ich war nun 32 Jahre alt, hatte Schulden und keinen Nachwuchs.
So hatte ich mir das damals nicht vorgestellt.

In der Folgezeit habe ich diesen Bekannten, wie oben beschrieben, immer öfter getroffen und der Konsum wurde häufiger,
da mir nach dem Konsum jeglicher Stress egal war und ich nicht an meine Probleme denken musste.
Es ist mir nach dem Konsum sehr leicht gefallen abzuschalten und ich dachte zu dieser Zeit, dass es mir hilft,
mich von diesem unter Strom gesetzten Gefühl befreien zu können.

Nun ist es im Dezember 2018 passiert,- meine Freundin kam an einem Brunch bei meinen Eltern zu mir und machte irgendwie einen komischen Eindruck.
Sie sagt mir auch einige Tage davor, dass sie sich schlecht fühle. Sie sagte mir ich solle mit in den Gang kommen, da sie mir etwas sagen muss.
Ich bin Schwanger – WAS? Habe laut gelacht und mir sind sofort Tränen in die Augen geschossen, sie musste mit mir lachen und wir haben uns einfach nur gefreut.
Wir haben dieses Kind ohne irgendwelche App oder Handydaten, ohne irgendwelche Kalenderzyklen oder sonst etwas gezeugt, einfach aus Liebe heraus –
es funktionierte also doch.

Hier fing es nun an Bergauf zu gehen. Wir gingen Regelmäßig zum Frauenarzt und haben uns Lektüren für Eltern und so weiter gekauft,
was werdende Eltern eben so machen. Es fing wieder an eine richtig gute Beziehung zu werden. Naja könnte noch weiterschreiben,
wie mich das erfüllt hat und das ich überglücklich war, als ich erfahren habe, dass es ein Junge wird, aber ich lasse es jetzt gut sein.

Den Konsum hatte ich allerdings nicht aufgegeben, da ich mich trotzdem noch mit meinem Kollegen am Wochenende getroffen habe und wir konsumiert haben,
zwar nicht mehr jedes Wochenende, aber ich habe immernoch geraucht.
Irgendwie hat der Konsum meine positiven Gefühle sogar noch verstärkt und ich hatte kein Bedürfnis damit aufzuhören.
Ich habe während des Rauschs euphorisch geredet und mich gut gefühlt und habe mir keine Gedanken darüber gemacht, was ich gerade alles aufs Spiel setze,
wenn ich z.B. im Straßenverkehr mit Drogen erwischt werde, oder Menschen im Straßenverkehr gefährde.

13. Was ist unter Alkohol- bzw. Drogeneinfluss anders?

Man kann ohne große Anstrengung entspannen und macht sich im Rauschzustand keine Gedanken über Probleme oder Stress.

14. Warum haben Sie nicht schon früher eine Lösung gesucht?

Ich wusste, dass ich es jederzeit lassen kann, wenn ich Probleme mit meinem Konsum bekomme.

15. Was wissen Sie heute über Drogen (Wirkung, Auf- und Abbau , Wechselwirkungen mit anderen Drogen, Rechtliche Konsequenzen)?

Wirkung:
Cannabis hat eine psychoaktive Wirkung und hat Einfluss auf das zentrale Nervensystem und die Psyche.
Die Wirkung ist nicht vorhersehbar und hängt teilweise von dem eigenen Gemütszustand ab.
Es kann einem übel werden und man kann Herzrasen und Schwindel bekommen. Manche berichten sogar von Angstzuständen.
Ebenso kann man euphorisch und gelassen von Cannabis werden.

Auf und Abbau: Ein Rausch tritt beim Rauchen relativ schnell ein – bereits nach einigen Minuten – und klingt langsam ab.
Nachgewiesen werden kann der Konsum jedoch länger. Wird Cannabis oral aufgenommen, zeigt sich die Wirkung verzögert.
Es kann zu einer erhöhten Aufnahmemenge und damit entsprechend starker Wirkung kommen.

Wechselwirkung: Ein Mischkonsum mit anderen Rauschmitteln kann gefährlich werden, da die Folgen unberechenbar sind.

Rechtliche Konsequenzen: Man wird Strafrechtlich verfolgt und bekommt dadurch Probleme durch verschiedene Ermittlungsverfahren,
welche sich zuletzt auch auf die Existenz auswirken können.

16. Haben Sie Drogen zusammen mit Alkohol konsumiert?

Einmal an Silvester 2010/2011. Habe einen Joint geraucht und dazu 2 Gläser Sekt getrunken. Danach habe ich kein Silvester mehr gefeiert und mich nur noch übergeben.

17. Welche Auswirkungen und Folgen hatte Ihr Drogenkonsum auf Ihr Leben und Ihr Umfeld?
Haben Sie bei sich negative Folgen festgestellt und haben Sie trotz negativer Folgen weiter konsumiert?


Auswirkungen auf Leben und Umfeld: Wenn man sich die Woche über vorgenommen hat am Wochenende zu konsumieren, dann hat man das auch meistens durchgesetzt.
Auch wenn z.B. der Partner gerne Zeit mit einem verbracht hätte und dadurch Konfrontationen entstanden sind.

Folgen auf Leben und Umfeld: Dadurch, dass man den Konsum manchmal priorisiert hat, haben sich Probleme in der Beziehung ergeben.
Man hat bei sich selbst Ziele vernachlässigt und Dinge aufgeschoben. Man hat teilweise den Fokus auf das wichtige im Leben aus den Augen verloren,
anstatt die Ursachen der Probleme zu beseitigen hat man die Symptome bekämpft.

Trotz negativer Folgen weiter konsumiert?: Ja.

18. Wie hat sich Ihr Umfeld über Ihren Drogenkonsum geäußert?

Die meisten wussten gar nicht das ich Drogen konsumiere. Meine Freundin hat sich das teilweise gedacht und mich auch danach gefragt,
weil ich nach dem Besuch bei meinem bekannten mit roten Augen nach Hause kam, aber ich hatte meistens eine Ausrede parat.
Meine Eltern und Geschwister sagten mir, dass Sie vermissen würden, da ich sie nicht mehr so häufig Besuchen komme.
Einer meiner besten Freunde, von dessen Kind ich Patenonkel bin, hat mir auch vorgeworfen, dass ich keine Zeit mehr mit meinem Patenkind verbringe.

19. Gab es Zeiten mit Konsumverzicht (Konsum- und/oder Trinkpausen)? Wenn ja, warum?

Ja, wenn ich z.B. zu einem Serviceeinsatz musste bei dem ich über zwei Wochen bleiben und übernachten musste.
Oder wenn es Wochen gab an denen ich in meiner Wohnung gearbeitet habe, oder mit meiner Freundin über das Wochenende einen Ausflug gemacht habe.
Auch wenn z.B. Familienfeste am Wochenende waren, habe ich nicht konsumiert. Unter der Woche habe ich nur an Festen konsumiert,
wenn es sich ergeben hat und ich etwas zu Rauchen mitgenommen habe.

20. Wie bewerten Sie Ihren Konsum auf einer Skala von 1-10 (1=Abstinenzler->10=Abhängiger)?
(mit Begründung)


Ich würde eine 6 angeben. Ich war zwar nicht abhängig von der Droge, oder habe täglichen Konsum betrieben, aber da ich oft den Konsum priorisiert habe,
war ich gefährdet, dass sich der Konsum immer weiter ausbreitet.

21. Waren Sie gefährdet in eine Drogenabhängigkeit zu geraten?

Da ich einen Drogenmissbrauch aufgewiesen habe, würde ich sagen, dass man dann automatisch auch gefährdet ist, in eine Abhängigkeit zu geraten.

22. Haben Sie sich an jemand um Hilfe gewandt, um den Drogenkonsum zu beenden? (Warum, wann, wer)?
Was haben etwaige Kurse oder MPUs im Vorfeld bei Ihnen bewirkt?


Nein ( Habe aber heute meinen ersten Besuch bei einem Verkehrspsychologen ).


Heute und in Zukunft

23. Was konsumieren Sie seitdem und wie viel (Drogen, Alkohol, Medikamente)?

Ich konsumiere keine Drogen, weder Alkohol, noch Drogen, oder Medikamente.

24. Wann war der letzte Konsum illegaler Drogen?

Am 26.März 2019 gegen 23Uhr.

25. Wieso haben Sie sich für eine Abstinenz entschieden? bzw. Wieso kommt für Sie nur Abstinenz und nicht gelegentlicher Konsum in Betracht? Warum nicht schon eher?

Da ich mir vor meinem Vorfall schon gelegentlichen Konsum mit Trennvermögen am Straßenverkehr vorgenommen hatte und mir das auch zum Prinzip machen wollte und es,
wie meine Straftat zeigt, nicht beibehalten habe, so macht für mich nur eine totale Abstinenz wirklich Sinn.
Ich will nie wieder in solche Situationen geraten, wie ich sie im letzten Jahr durchlebt habe.
Hätte ich mich von Anfang an mit meinen Problemen auseinandergesetzt und es mir nicht so einfach gemacht, indem ich Cannabis konsumiert habe,
dann hätte ich mir die jetzigen Probleme ersparen können.

26. Beschreiben Sie den Punkt, an dem Sie sich für ein abstinentes Leben entschieden haben (Knackpunkt)?

Der Knackpunkt fand statt, als mich meine Freundin auf dem Polizeirevier abgeholt hat.
Ich bin in Ihr Auto eingestiegen und sie hat mich mit Tränen in den Augen angeschaut und mich gefragt,
wie ich so einfach unser Leben und unsere Existenz aufs Spiel setzen konnte.
Ich habe sie angesehen und auf Ihren Babybauch geschaut und wusste einfach keine Antwort. Ich habe mich sehr geschämt und wusste,
dass ich jetzt nur noch eine einzige Chance habe und zwar dieses Cannabis ein für alle Mal aus meinem Leben zu entfernen und zwar zu 100%.

27. Welche Veränderungen haben sich in Ihrem Leben dadurch ergeben (persönlich / Umfeld, Freund & Bekannte, Familie, Beruf ...)?

Die Veränderung war Durchweg positiv. Ich habe mich voller Energie und Schaffenswillen gefühlt,
wurde wieder motivierter in meinem Beruf und habe wieder angefangen öfters meine Familie zu besuchen.
Habe auch mittlerweile wieder Kontakt mit meinem alten Trainingspartner und betreibe viel Sport.
Ich habe mich voll auf unsere Elternzeit konzentriert und machte meine Freundin stolz indem ich Ihr gezeigt habe, dass ich Abstinent leben kann.
Auch Menschen, die nichts von meinem Drogenkonsum wussten, haben mir gesagt, dass ich einen zufriedenen Eindruck mache.
Zudem verbringe ich wieder mehr Zeit mit meinen beiden Patenkindern ( Bruder und Freund ).


28. Wie haben Sie die Umstellung zur Abstinenz erlebt? Was war schwierig, was war leicht?

Die Abstinenz ist mir sehr leicht gefallen. Ich habe seit meiner Abstinenz, bis Heute, in keinem Moment das Verlangen gehabt mich durch Drogen zu betäuben,
oder diese als Ersatz für Langeweile, oder wegen privatem, oder arbeitsbedingtem Stress, zu konsumieren.

29.Welche(s) Beispiel(e) können Sie nennen, dass/die die Richtigkeit des jetzigen Konsums unterstreicht?

Das ich gar nicht mehr konsumiere und mich fit, ausgelastet, aber gleichzeitig entspannt und ausgeruht fühle, zeigt mir, dass die Abstinenz,
die einzig richtige Entscheidung war.

30. Wie verhalten Sie sich heute in Situationen, wo Sie früher Drogen konsumiert haben?

Ich verbringe meine Freizeit nun sinnvoller, indem ich mir Aufgaben suche, um mich zu beschäftigen und die mich erfüllen,
oder mich mit Menschen umgebe die mich weiterbringen. Ich besuche, bei sich anbahnender Langeweile, meine Eltern, oder meine Geschwister, mache Sport,
oder Arbeite Zuhause. Ich verbringe sehr viel Zeit mit meinem Sohn und der Erziehung, oder meinen beiden Patenkindern.

31. Wie wirkt sich Ihr geändertes Verhalten auf Sie, Ihr Leben und Ihr Umfeld aus?

Ich fühle mich voller Energie und Lebenskraft, trotz der momentanen Situation mit der Gefahr des Führerscheinverlusts.
Ich bin momentan so motiviert, dass ich Dinge nicht mehr schleifen lasse und sie sofort angehe, bevor diese erstmal wieder liegen bleiben.
Ich fühle mich gesundheitlich auf einem der besten Punkte meines Lebens, da ich wieder sehr viel Sport treibe, wandern gehe und Zeit mit meinem Sohn verbringe,
was mir wahrscheinlich die meiste Antriebskraft überhaupt gibt.
Mein Umfeld ist von meinem Verhalten angenehm begeistert.
Ich spüre manchmal wie ich meine gute Laune auf andere übertragen kann und selbst in schlimmeren Situationen jemandem ein Lächeln ins Gesicht zaubern kann.
Nachdem ich meinen Eltern und meinen Geschwistern von dem Vorfall und meinem Konsum erzählt habe, haben diese mir bestätigt, dass sie das Gefühl hatten,
dass ich mich in der Zeit meiner Abstinenz zu einem neuen Menschen entwickelt habe, da ich davor manchmal Antriebslos gewirkt habe.
Sie finden das ich ein toller Vater geworden bin und einen lebensfrohen Eindruck hinterlasse.

32. Haben Sie nach der Auffälligkeit weiterhin Kontakt zu Ihren Drogenbekannten gehabt und haben Sie diese Kontakte noch?

Ich hatte noch kurze Zeit nach dem Vorfall Kontakt zu meinem Bekannten, mit dem ich die meiste Zeit konsumiert habe.
Er gab mir sogar Anfangs noch den Ratschlag nicht aufzuhören mit dem Konsum, da ich ihm gesagt habe, dass ich das Zeug nie wieder anfassen werde.
Irgendwie habe ich danach eine gewisse Wut auf ihn verspürt, da ich eigentlich dachte, dass er evtl. sogar mit mir aufhören würde zu konsumieren,
oder mir immerhin gut Zusprechen würde, dass er mir dabei hilft.
Seitdem habe ich keinen Kontakt mehr zu Ihm und auch in meiner Familie oder meinem Freundeskreis keine Bekannten die etwas mit Drogen zu tun haben.

33. Wie ist derzeit der Konsum von Alkohol bei Ihnen? Was wissen Sie über Suchtverlagerung und wie schätzen Sie Ihre eigene Gefährdung der Suchtverlagerung ein?

Ich trinke gar keinen Alkohol mehr, auch nicht an Feiern, da mir jeglicher Rauschzustand nichts mehr gibt. Habe früher,
vor ca. 10 Jahren noch an Geburtstagen oder an Silvester Mal 2-3 Bier, oder 1-2 Gläser Sekt getrunken, aber mehr auch nicht.

34. Wie stellen Sie sicher, dass Ihr neues Verhalten dauerhaft stabil bleibt?

Ich halte an meinen aufgearbeiteten Gedanken Fest.
Ich will meine Wünsche Erfüllen und meine Ziele verfolgen und ich weiß nun, dass dies ohne klaren Kopf nicht möglich ist.
Ich habe Rückhalt durch meine Familie und meine Freundin, an die ich mich jederzeit wenden kann und mit denen ich auch zukünftig über Probleme sprechen kann.
Sollte mir widererwartend in den Sinn kommen einen Joint zu rauchen, dann würde ich mir die gesamte Zeit vor Augen halten, was wieder daraus resultieren könnte,
wenn ich wieder konsumieren würde und das mein Leben ohne Drogen viel besser ist.
Sollte gar nichts helfen und die Lust größer als die Vernunft werden, dann würde ich einen Psychologen kontaktieren um ganz sicherzustellen, dass ich standhaft bleibe.

35. Was für Pläne haben Sie für die Zukunft? Beruflich, privat, Fortbildungen etc.....

Ich suche mit meiner Freundin zusammen ein Haus und wir wollen unsere bereits gekaufte Wohnung vermieten um mehr Einnahmen zu generieren.
Zudem bin ich an einer guten Erziehung meines Kindes interessiert und stecke hier volle Hingabe hinein.
Ich will mich in meinem Beruf, der Umweltsimulation, weiter Entwickeln und an noch mehr Fortbildungen meiner Firma Teilnehmen.
Habe zudem vor in der Kältetechnik die Kategorie I zu erwerben, da mir mein Arbeitgeber diesen Kurs bezahlen würde.

36. Können Sie sich vorstellen, jemals wieder in Ihre alten Gewohnheiten zurück zu fallen?
(Ja/Nein + Begründung)


NEIN - Für mich haben Drogen und speziell Cannabis keine Bedeutung mehr in meinem Leben und ich will mich davon fernhalten.
Ich habe Ziele und Träume, die ich mit klarem Kopf verfolgen will und verfolge. Ich will für meine Familie sorgen und als gutes Vorbild für meinen Sohn vorangehen.
Ich lasse nie wieder zu, dass ich mein Leben und das meiner Familie in eine solche Gefahr bringe.

37. Wie wollen Sie fahren und Konsum künftig trennen? (auch bei Alkohol, ... in Bezug auf BTM nur bei Cannabis und ggf. konkrete Vorstellungen hierzu)?

Ich will in voller Abstinenz leben und kein Cannabis mehr konsumieren. Sollte es aus unerwartenden Gründen, die ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht sehen kann,
doch dazu kommen, so werde ich mindestens 72 Stunden kein Auto mehr fahren, oder ich würde mich von einem Taxi abholen lassen,
oder mich von jemandem Fahren bzw. abholen lassen.

38. Haben Sie zum Abschluss noch etwas hinzuzufügen?

Auf eine Art bin ich froh, dass mir der Vorfall am 27.03.2019 passiert ist. Ich habe dadurch erkannt, dass ich mich und meine Familie in Situationen gebracht habe,
die für uns existenzgefährdend sind. Ich habe Menschen in Gefahr gebracht,
indem ich am Straßenverkehr unter Drogeneinfluss teilgenommen habe und dies will ich nicht wieder riskieren.
Ich habe durch den Vorfall einen besseren Menschen aus mir gemacht, der für das was er sagt und tut auch einsteht und für seine Familie, die Ihn liebt,
da ist und das mit einem klaren und gesunden Geist.
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Kai R.
Beitrag 11.02.2020, 16:34
Beitrag #2


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Hallo,

irgendwie fehlt da noch der Schlüssel zu Deinem Fragebogen. Du hast ja offensichtlich eine sehr ungesunde Beziehung zu dem Bekannten (den Du nicht einmal Freund nennst) aufgebaut. Du sagst, Dein Motiv sei die schwierige Lebenssituation gewesen. Aber selbst als sich das auflöst und Du glücklichst mit Deiner Partnerin zusammenlebtest hast Du weiter konsumiert. Irgend etwas hat Dich in der Situation festgehalten und das klärst Du nicht auf. Dann kommt die Auffälligkeit und schwupps löst sich alles auf, Du konsumierst nicht mehr und bist fortan der treue werdende Familienvater. Alles bestens.

Das ist in sich noch nicht schlüssig, da musst Du noch einmal tiefer in Dich gehen. Warum hast Du ursprünglich mal angefangen? Warum hast Du nach 10 Jahren ohne Konsum die Kekse gegessen? Und warum ist daraus dann so ein Abhängigkeitsverhältnis geworden, aus dem Du nicht mehr loskamst? Welche Rolle hat dieser Bekannte gespielt?


--------------------
Grüße

Kai

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PaulPhoenix
Beitrag 11.02.2020, 17:14
Beitrag #3


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Hallo Kai, Danke für deine Antwort.
Eigentlich haben wir uns sehr gut verstanden und er war auch ein guter Freund von mir, aber nachdem der Vorfall war und er zu mir gesagt hat, dass er an meiner Stelle nicht mit dem Rauchen aufhören würde, habe ich gemerkt das er eigentlich gar kein richtiger Freund ist. Er wusste ja das mir der Führerscheinentzug drohen würde und der dadurch resultierende Jobverlust. Unser Verhältnis ist seitdem auch komplett auf Abstand. Es kamen nach dem Ereignis auch nicht mehr viele Nachfragen, wie es mir geht, oder was jetzt bei der Sache rauskam. Deswegen schreibe ich auch nur Bekannter.

Ganz glücklich war ich eben nicht, obwohl ich wieder mit meiner Freundin zusammengelebt habe, da ja immernoch der Kinderwunsch im Raum stand.
Aber du hast natürlich Recht.Wir haben 3 Monate bevor ich den Vorfall hatte davon erfahren, dass sie schwanger ist.
Warum ich aber die 3 Monate danach noch weiter konsumiert habe ist schwierig zu sagen. Ich habe es als Stressausgleich und zum Entspannen genutzt. Ich hatte zu der Zeit auch noch ein gutes Verhältnis zu meinem Bekannten und es war zu der Zeit auch einfach zur Gewohnheit geworden am Wochenende zu konsumieren.
Ursprünglich angefangen habe ich aus sicherlich aus Neugier, obwohl ich mich vor dem ersten Konsum ziemlich mit dem Rausch beschäftigt habe. In meiner ersten Konsumphase waren es von 2008-2011 alle 1-2 Monate ein paar Züge.
Der Konsumstop war für 5 Jahre und an dem Geburtstag in 2017 habe ich eben den besagten Freund eingeladen und dieser hat die Kekse mitgebracht. Als ich sie vor mir sah kamen wieder Erinnerungen aus der unbeschwerten Schulzeit hoch und das wir uns zu der Zeit beim kiffen über alles mögliche, grundlos kaputtgelacht haben. Ich denke das ich diesen Zustand haben wollte. Mein Bekannter hatte halt die Möglichkeit an das Cannabis dranzukommen, was ich zu dieser Zeit gar nicht mehr hatte, da in meinem Freundeskreis sonst niemand konsumiert.
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Kai R.
Beitrag 11.02.2020, 17:32
Beitrag #4


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Da schwingt doch noch mehr mit. Unbeschwerte Jugend? Flucht aus der Verantwortung? Regeln brechen?


--------------------
Grüße

Kai

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T73
Beitrag 11.02.2020, 17:47
Beitrag #5


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Ein bisschen was dazu ist ja hier erläutert:

Zitat (PaulPhoenix @ 11.02.2020, 14:27) *
Den Konsum hatte ich allerdings nicht aufgegeben, da ich mich trotzdem noch mit meinem Kollegen am Wochenende getroffen habe und wir konsumiert haben,
zwar nicht mehr jedes Wochenende, aber ich habe immernoch geraucht.
Irgendwie hat der Konsum meine positiven Gefühle sogar noch verstärkt und ich hatte kein Bedürfnis damit aufzuhören.
Ich habe während des Rauschs euphorisch geredet und mich gut gefühlt


Das ist für Cannabis nicht gerade untypisch.

Zu bedenken ist dann aber, dass die Argumentation - keine Probleme = kein Kiffen - für die Zukunft somit nicht zwingend greift, sondern sogar die gegenteilige Gefahr weiterhin besteht. Deshalb solltest du diesen Punkt und die diesbezüglichen Vermeidungsstrategien weiter herausarbeiten.
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PaulPhoenix
Beitrag 12.02.2020, 10:25
Beitrag #6


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@Kai: ja, mit unbeschwerter Schulzeit beziehe ich sicherlich auch eine gewisse Flucht aus der Verantwortung mit ein bzw. auch eine Flucht in eine Zeit,
in der man gewisse Probleme noch nicht hatte. Obwohl das im Nachhinein natürlich total sinnlos ist und nur für kurze Zeit während des Rauschs anhält.
Ich war in meiner ersten Konsumphase anfangs einfach neugierig und habe in dieser Zeit auch nur sehr selten
und sehr wenig konsumiert. Es hat mir gefallen in einer Gruppe mit damals jungen und gleichgesinnten Blödsinn zu machen. Vielleicht hat das ganze schon etwas vom Gefühl,
des abhebens der Masse hervorgebracht - man hat sich auch cool gefühlt, ganz klar / evtl. kann man das mit "Regeln brechen wollen" bezeichnen.

In meiner zweiten Konsumphase, hat es ja nichts mehr mit Neugier zu tun gehabt, da ich wusste wie das Rauchen wirkt.
Ich wollte, wie gesagt, einfach wieder dieses unbeschwerte Gefühl haben und habe es auch während des Konsums bekommen.

@T73: Hallo und auch Dir vielen Dank, dass du dir meinen Thread durchgelesen und mir darauf geantwortet hast. Bin euch sehr dankbar dafür.

Probleme mit Cannabiskonsum zu beseitigen erfüllt natürlich nicht den Zweck, sondern bekämpft nur für einen Augenblick das Symptom und nicht die Ursache.
Da ich aber die letzten drei Monate meines Konsums, privat und beruflich, keine Nennenswerten Probleme hatte, im Gegenteil, ich habe sogar eine tolle Zeit gehabt -
Freundin wurde wiedererwartend schwanger und meine Schulden bei meiner Firma waren so gut wie getilgt. ´
Jedoch habe ich, nachdem ich aufgefallen bin, den vollen Konsumstop eingeleitet und habe mich und mein Tun danach erst wirklich analysiert und hinterfragt.
Ich habe leider den Weg des geringsten Widerstands gewählt, in dem ich meine Probleme versucht habe zu verdrängen, anstatt diese zu analysieren und zu überlegen,
ob es andere, dauerhafte Lösungen gibt.
Kiffen stellte für mich nicht nur eine Problemverdrängung dar, sondern ich riskierte im Straßenverkehr auch das Leben meiner Mitmenschen und mein eigenes.
Mein Privatleben und die Bindung zu meinen Mitmenschen habe ich schleifen lassen, anstatt mit diesen darüber zu sprechen und Lösungen zu finden.
Ich weiß jetzt auch viel mehr über die Wirkungen und die Spätfolgen von Cannabiskonsum. Zu meinen Vermeidungsstrategien gehört auch, dass ich mich nicht mehr mit,
in meinem Fall, meinem ehemaligen Freund treffe und generell den Umgang mit Leuten vermeide die Drogen konsumieren. Ich versuche auch bei kommenden Problemen
die Ursache und eine Lösung dafür auszuarbeiten. Ich nutze meine Zeit nun auch ganz anders indem ich meine Freizeit mit meinem Sohn,
meinen Patenkindern oder meiner Familie verbringe. Ich mache wieder viel Sport und flüchte nicht in meiner Freizeit in den Konsum.
Wären hier andere Vermeidungsstrategien sinnvoller?
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Kai R.
Beitrag 12.02.2020, 10:28
Beitrag #7


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Zitat (PaulPhoenix @ 12.02.2020, 10:25) *
Ich habe leider den Weg des geringsten Widerstands gewählt, in dem ich meine Probleme versucht habe zu verdrängen, anstatt diese zu analysieren und zu überlegen,
ob es andere, dauerhafte Lösungen gibt. Kiffen stellte für mich nicht nur eine Problemverdrängung dar, sondern ich riskierte im Straßenverkehr auch das Leben meiner Mitmenschen und mein eigenes.

Probleme, die Du doch nach eigener Aussage zum Zeitpunkt der Auffälligkeit gar nicht mehr hattest. Und das ist ein Widerspruch, da fehlt in Deiner Aufarbeitung noch das Bindeglied.


--------------------
Grüße

Kai

--- sorry, keine Privatkonsultationen per PN ---
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PaulPhoenix
Beitrag 12.02.2020, 10:56
Beitrag #8


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Nein, ich hatte auch keine Probleme mehr, die ich mit dem Konsum verdrängen wollte.
In der zweiten Konsumphase hatte ich auch diese Lachflashs, wie zu meiner Schulzeit nicht mehr. Es war einfach nur ein benebelt sein.
Als ich aber erfahren habe, dass ich Vater werde hat sich das geändert. Ich hatte wieder super Laune und habe auch wieder mehr Sinn in meinem Leben gesehen.
Und auch als ich mich danach mit meinem Bekannten getroffen habe,hat er sich auch für mich gefreut.
Ich habe an den nachfolgenden Abenden, an denen wir gekifft haben, eine noch stärkere Euphorie gespürt, als ich sowieso schon hatte.
Ich habe das kiffen danach nicht mehr als Problemlösung benötigt um von etwas abzuschalten, sondern eher um das Wochenende zu zelebrieren. Und da das kiffen eigentlich
der Hauptbestandteil unserer Freundschaft war, haben wir das fortgeführt.

Ich kann heute garantieren, dass ich NIE wieder konsumieren werde. Ich habe seit letztem März sehr viele Ängste durchlebt,
was meinen Job und meine Zukunft als werdender Vater und Freund angeht, da ich Servicetechniker bin und damit meinen Unterhalt verdiene.
Ich will ein gutes Vorbild sein und kein Arbeitsloser, der vom Staat Geld empfängt. Es liegt mir sehr am Herzen zu beweisen,
dass ich sauber bleibe und künftig nicht mehr im Straßenverkehr auffallen werde.

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PaulPhoenix
Beitrag 12.02.2020, 20:08
Beitrag #9


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@ Kai, hättest du mir vielleicht einen Denkanstoß, wie ich dem Gutachter erklären könnte, warum ich die 3 Monate noch weiter konsumiert habe, trotz der Auflösung meiner Probleme. Mit dem Argument das Wochenende zu Feiern und da es ja eh schon zur Gewohnheit wurde, wenn ich Ihn getroffen habe, würde ich wohl nicht durchkommen, oder?

Hätte aber noch ein anderes Anliegen, falls es jemand weiß. Ich muss ja bis zum 3.3. ein Gutachten bei der Fsst. vorlegen. Abstinenznachweise führe ich seit dem 05.07.2019 monatlich durch, allerdings in der Schweiz, in einem forensischen Labor für Rechtsmedizin. Erkennt das Deutschland überhaupt an? Mein Anwalt versucht dies gerade abzuklären, aber die Führerscheinstelle antwortet einfach nicht. Die Führerscheinakte hat er auch gleich nach dem Eintreffen der MPU Aufforderung angefordert, aber auch hier kam noch nichts, nichtmal eine Antwort.
Befinde mich auch seit dieser Woche in Verkehrspsychologischer Behandlung, der Gutachter hat mir zugesagt, dass wir die 11 Sitzungen in Doppelstunden diesen Monat durchbekommen, aber es steht und fällt mit der deutschen Behörde und der Anerkennung der Abstinenznachweise aus der Schweiz.
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PaulPhoenix
Beitrag 17.02.2020, 16:00
Beitrag #10


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Kann mir vielleicht jemand anderes noch ein wenig weiterhelfen? Meine mittlerweile 9 Abstinenznachweise über 9 Monate, sollten wohl in Deutschland anerkannt werden, da diese dieselben Kriterien erfüllen, wie in Deutschland (DINISO 17025) So sagte mir das mein Anwalt.

Soll ich meinen Fragebogen nochmal überarbeiten? Kai meinte ja dass da ein Bindeglied fehlt. Würde ich so die MPU nicht bestehen?

Wäre schön, wenn mir jemand etwas unter die Arme greifen könnte.

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PaulPhoenix
Beitrag 23.02.2020, 12:28
Beitrag #11


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Hallo Zusammen,

will meinen Thread hier auch zu keinem Selbstgespräch machen und ihr könnt ihn auch schließen, wenn keiner mehr etwas dazu schreiben mag. Bin euch nicht böse und ihr habt sicher auch bessere Dinge zu tun.

Die 6 Stunden die ich Mittlerweile bei einem Verkehrspsychologen hatte waren ganz okay, aber wirklich neues habe ich nicht gelernt.

Habe meinen Fragebogen und die Antworten von euch mitgenommen zu dem Gespräch. Wir haben auch eure Fragen bzw. Anmerkungen durchgesprochen.

Er hat mir in meinem Fall zu einer Notlüge für den Gutachter geraten. Ich solle doch einfach sagen, dass mir meine Freundin erst an dem Tag, an dem sie mich bei der Polizei abgeholt hat, mir davon Berichtet hat, dass sie schwanger ist und mir gesagt hat, dass ich mich in eine Therapie begeben soll, da sie sich sonst trennen würde. Der Gutachter sagte mir, dass er mir bescheinigen würde, dass ich seit Juni letzten Jahres in Behandlung sei.

Er rät mir dazu, weil meine Ausarbeitung dann schlüssiger sei und ich somit auch einen Grund hätte warum ich bis zur Auffälligkeit konsumiert habe.

Somit hätte ich auch das angesprochene Bindeglied erfüllt. Was meint Ihr? Soll ich mir einen anderen Psychologen suchen? Oder kann man so eine Notlüge legitim vorbringen?

Will euch wirklich nicht belästigen, aber die Zeit rennt und ich verbringe jeden Tag mehrere Stunden mit der Aufarbeitung und lese mich in eurem Forum durch, aber ich brauche auch einen stabilen Fragebogen. Wäre froh, wenn sich noch jemand finden würde, der mir helfen will.

Liebe Grüße

Paul Phoenix




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