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> MPU wegen Trunkenheit auf dem Fahrrad -> nicht bestanden. Was nun?
DieKrabbe09
Beitrag 14.01.2020, 16:11
Beitrag #1


Neuling


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Hallo Leute,

Hier meine Ausgangslage in etwas ausführlicher:

Ich bin Student, 25, und bisher nie in irgendeiner Form straftechnisch aufgefallen. Ich habe nichtmal einen Punkt in Flensburg gesammelt.
Leider ist es mir dennoch passiert, dass ich mit 2,2 Promille auf dem Fahrrad erwischt wurde.
Deshalb wurden Zweifel an meiner Fahrtauglichkeit ausgesprochen, die ich mit einer MPU ausräumen sollte.

Nun kommt der bis Dato größte Fehler meines Lebens: Ich habe die MPU nicht ernst genommen und mich kaum vorbereitet.

Obwohl der Reaktionstest und der medizinische Test quasi perfekt verliefen, sagte mir die Psychologin nach ich nehme meine Alkoholprobleme nicht ernst und ich habe kein Konzept, wie ich in Zukunft solche Vorfälle verhindern will.
Daher bin ich durchgefallen.
Dumm gelaufen, aber die Suppe habe ich mir wohl selbst eingebrockt.



Ich nehme an, dass in kürze ein Schreiben kommt, welches meinen Führerschein verlangt, welchen ich aktuell noch besitze.

Von hier an fand ich im Internet zwei Szenarien:
1. Es handelt sich um einen entzug der Fahrerlaubnis, es folgt eine Sperrfrist von mindestens 6 Monaten.

2. Nach einer nicht bestandenen MPU erfolgt keine Sperrfrist, ich kann es sofort noch einmal probieren.


Kann mir in diesem Forum sagen, welches Szenario nun eintritt? Nach zweistündiger Recherche habe ich kein klares Ergebnis bekommen.

Vielen Dank im vorraus!

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Kai R.
Beitrag 14.01.2020, 16:18
Beitrag #2


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das Zweite. Sobald Du eine positive MPU beibringst, kann Dir eine neue Fahrerlaubnis erteilt werden. Antragstellung natürlich vorausgesetzt.


--------------------
Grüße

Kai

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ulm
Beitrag 14.01.2020, 16:57
Beitrag #3


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...und ich hoffe, Du hast beide Ausfertigungen des Gutachten bei Dir liegen.
Es sollte keine Ausfertigung zur Führerscheinstelle gelangen.
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T73
Beitrag 14.01.2020, 16:58
Beitrag #4


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Theoretisch kannst du sofort die nächste MPU machen. Praktisch wirst du dann aber erneut durchfallen, da du schon wieder nicht vorbereitet bist.

Neben der inhaltlichen Aufarbeitung dürften bei diesem Promillewert auch Abstinenznachweise verlangt sein, mindestens ein halbes, besser ein ganzes Jahr.

Ich kann dir nur empfehlen, dich so schnell wie möglich in die Materie einzulesen und dann ein Konzept zu erstellen, wie du dich auf die nächste MPU vorbereiten willst.
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DieKrabbe09
Beitrag 14.01.2020, 17:38
Beitrag #5


Neuling


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Vielen Dank für die Antworten, das lässt schonmal hoffen.
Die beiden Auführungen des Gutachtens liegen noch bei mir zu Hause, wo sie bleiben.

Ich werde dann meinen Führerschein freiwillig abgeben und mich gut auf die nächste MPU vorbereiten.

Abstinenznachweise wurden an keiner Stelle von mir verlangt.
Ist es jetzt so, dass bei meiner nächsten MPU die Prüfer glauben, dass es meine erste MPU ist?

Das wäre super, denn der Vorfall war am 23.03.2019 und damit fasst ein Jahr her. Dann kann ich natürlich angeben, dass ich mein Leben nun ein Jahr lang umgekrempelt habe.
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T73
Beitrag 14.01.2020, 17:48
Beitrag #6


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Zitat (DieKrabbe09 @ 14.01.2020, 17:38) *
Abstinenznachweise wurden an keiner Stelle von mir verlangt.


Die müssen auch nicht ausdrücklich von dir eingefordert werden, sondern werden - je nach Vorgeschichte, Reflektionsstand und Verhaltensänderung - als Beleg deiner Verhaltensänderung vorausgesetzt. Sind also essentieller Bestandteil deiner MPU-Vorbereitung.

Statt auf Abstinenz kann deine Verhaltensänderung alternativ auch auf "Kontrolliertes Trinken" im Sinne der MPU rauslaufen. Ob das in deinem Fall aber ausreichend sein könnte, hängt ganz wesentlich von der Vorgeschichte ab, die wir hier bisher nicht kennen. Der genannte Promillewert spricht jedenfalls ganz klar dagegen. Und auch beim KT musst du sehr glaubhaft darstellen, bestenfalls belegen können, wie lange und in welcher Weise du das eingeübt hast.

Nochmal der Ratschlag: Lies dich ausführlich in die Materie ein, und verabschiede dich von dem Gedanken, dass es den Führerschein in den nächsten Monaten zurück gibt.
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Kai R.
Beitrag 14.01.2020, 18:10
Beitrag #7


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Zitat (T73 @ 14.01.2020, 17:48) *
Die müssen auch nicht ausdrücklich von dir eingefordert werden, sondern werden - je nach Vorgeschichte, Reflektionsstand und Verhaltensänderung - als Beleg deiner Verhaltensänderung vorausgesetzt. Sind also essentieller Bestandteil deiner MPU-Vorbereitung.

Ob der TE abstinenzpflichtig ist, ergibt sich aus der Tiefe seines Konsumproblems. Man kann bei 2,2%o durchaus auch kontrolliertes Trinken lernen (auch wenn das eine sehr gute Aufarbeitung voraussetzt). AB-Nachweise werden nur gefordert, wenn auch eine AB-Pflicht vorliegt.

Zitat (DieKrabbe09 @ 14.01.2020, 17:38) *
Ist es jetzt so, dass bei meiner nächsten MPU die Prüfer glauben, dass es meine erste MPU ist?

das liegt bei Dir, denn Du musst die erste MPU ja nicht erwähnen. Aber es ist auch völlig in Ordnung, es doch zu tun, denn Du warst halt nicht wirklich vorbereitet. Das versteht der Gutachter, wenn Du es beim zweiten Versuch besser machst.

In Deinem Gutachten sollte drinstehen, ob der Gutachter Abstinenz empfiehlt. Das ist dann schon ein wichtiger Hinweis.


--------------------
Grüße

Kai

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DieKrabbe09
Beitrag 14.01.2020, 19:17
Beitrag #8


Neuling


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Zitat (Kai R. @ 14.01.2020, 18:10) *
Ob der TE abstinenzpflichtig ist, ergibt sich aus der Tiefe seines Konsumproblems. Man kann bei 2,2%o durchaus auch kontrolliertes Trinken lernen (auch wenn das eine sehr gute Aufarbeitung voraussetzt). AB-Nachweise werden nur gefordert, wenn auch eine AB-Pflicht vorliegt.

In Deinem Gutachten sollte drinstehen, ob der Gutachter Abstinenz empfiehlt. Das ist dann schon ein wichtiger Hinweis.


In meinem Gutachten steht weder, dass Abstinenz, noch dass ich Nachweise erbringen soll. Meine Leberwerte waren auch sehr gut.
Das ist schonmal ein gutes Zeichnen, nehme ich an. Sollte das Gutachten diese verlangen wäre es nur eine noch größere Hürde für mich.


Tatsächlich lautete das Fazit in etwa so:

" Durch vage Formulierungen wird klar, dass ich mich nicht ausreichend mit meinen Alkoholproblemen befasst habe. Ich nehme meinen eigenen Alkoholmissbrauch nicht ernst. Dazu sind meine Vorhaben den Alkoholmissbrauch zu kontrollieren ebenfalls zu vage formuliert und somit nicht überzeugend.
Es wird eine psychologische Beratung empfohlen"

Im Grunde genommen scheint da sehr stark die fehlende Vorbereitung durch. Und ehrlich gesagt haben sie recht, ich habe nie meinen Alkoholkonsum als Student in Frage gestellt.
Jetzt heißt es lernen, lernen, lernen und beim nächsten mal besser machen!


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Gast_sNaj_*
Beitrag 14.01.2020, 19:48
Beitrag #9





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Wie schon gesagt wird es nirgendwo geschrieben das du AN brauchst. Bei deinem Wert solltest du aber welche machen
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MsTaxi
Beitrag 14.01.2020, 23:53
Beitrag #10


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Das einfachste wäre natürlich, das negative Gutachten sorgfältig zu anonymisieren und hier hochzuladen. Dann können wir auch noch Tipps zur Aufarbeitung geben.


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Lars
Beitrag 15.01.2020, 06:45
Beitrag #11


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Zitat (DieKrabbe09 @ 14.01.2020, 19:17) *
Jetzt heißt es lernen, lernen, lernen
Die MPU ist doch keine Klausur, für die man lernen muss. blink.gif
Du scheinst immer noch eine völlig fasche Vorstellung zu haben!
Es geht für dich jetzt darum, herauszufinden, warum du dich regelmäßig derartig abschießen musstest. Was die Gründe dafür waren. Und wenn sie erkannt sind, dann musst du daran arbeiten.
Sowas geht auch nicht von heute auf morgen, das ist ein längerfristiger Prozess, an dessen Ende dann eine erfolgreiche MPU steht.


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"Wir stehlen heute die Zukunft, verkaufen sie in der Gegenwart und nennen das BIP." Paul Hawken
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MrMurphy
Beitrag 15.01.2020, 14:06
Beitrag #12


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Zitat
In meinem Gutachten steht weder, dass Abstinenz, noch dass ich Nachweise erbringen soll.


Das wird häufig überlesen. Bei deiner Vorgeschichte (Vorbereitung gleich Null) kann ich mir auch vorstellen dass der Gutachter dich überhaupt nicht einordnen konnte. Dann kann und sollte er natürlich keine Empfehlung aussprechen / aufschreiben.

Bei 2,2 Promille, zusätzlich auf dem Fahrrad, ist eine MPU nur in begründeten Ausnahmefällen mit kontrolliertem Trinken zu bestehen. Die Regel ist eher eine lebenslange Abstinenzforderung mit einer MPU-Eintrittskarte von einem Jahr Abstinenznachweisen.

Dich da richtig einzuordnen gehört mit zu deiner MPU-Vorbereitung. Die MPU ist auch kein Frage-und-richtige-Antwort-Spiel. Sondern die MPU gibt dir die Gelegenheit zu berichten, das du dein Alkoholproblem überhaupt erkannt hast und wie du dein zukünftiges Leben gestaltest um zukünftige Alkoholfahrten hinreichend zu vermeiden. Der Gutachter stellt also nur Fragen, um das Gespräch in Gang zu halten und als Hilfe in die richtige Richtung zu lenken. Du sollst im Endeffekt viel von dir aus erzählen. Das ist eine der Grundlagen für eine erfolgreiche MPU und gehört damit zu den vor dir geforderten Vorbereitungen.
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Kai R.
Beitrag 15.01.2020, 17:22
Beitrag #13


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Zitat (MrMurphy @ 15.01.2020, 14:06) *
Bei 2,2 Promille, zusätzlich auf dem Fahrrad, ist eine MPU nur in begründeten Ausnahmefällen mit kontrolliertem Trinken zu bestehen. Die Regel ist eher eine lebenslange Abstinenzforderung mit einer MPU-Eintrittskarte von einem Jahr Abstinenznachweisen.

falsch


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Grüße

Kai

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