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> TF 1,60 BAK, Ersttäter
Hirzel
Beitrag 08.01.2026, 21:06
Beitrag #1


Neuling


Gruppe: Neuling
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Hallo Zusammen,

ein frohes neues Jahr in die Runde.
Ich bin schon seit längerem stiller Mitleser. Ich finde es mehr als klasse, wie hier die Leute unterstütz und beraten werden. Dickes Lob.

Zu meiner Person; ich bin 43 Jahre alt, 66kg, verheiratet, 2 Kinder.

Was ich mir hier erwünsche:

Einschätzungen, Kritische Fragen, zusätzliche Vorbereitung, Tipps für die MPU

Ich würde jetzt direkt mit dem Kurzfragebogen einsteigen:


1. Was ist passiert?

Am 23.02.2025 war ich am frühen Abend, nach einem Fußballturnier unseres Sohnes, noch am Sportplatz. Ich habe mich hier mit verschiedenen Eltern aus unserer Mannschaft unterhalten. Währenddessen habe ich ein 0,5l Bier getrunken. Dies war gegen 17.00. Irgendwann hatte ich mitbekommen, dass sich verschiedene Elternpaare für eine Party in einer Almhütte in einem nahegelegenen Nachbarsort verabredeten. Ich habe mich dafür entschlossen, mit den anderen mit auf die Party zu kommen.
Mit einem der Väter hatte ich ausgemacht, dass er mich mit seinem Auto gegen halb 10 abholen würde. Wir hatten ausgemacht, dass wir kurz vorher nochmal schreiben.
Gegen 18.30 bin ich mit dem Auto vom Sportplatz heimgefahren.
Nachdem ich den Vater gegen 21.15 kontaktiert hatte, hat er mir geantwortet, dass das Auto zwischenzeitlich voll besetzt sei.
Somit hatte ich dann entschieden, dass ich selbst mit unserem Zweitfahrzeug zu der Veranstaltung fahre. Der Plan war, wie schon so oft vorher, dass ich mit unserem Auto hinfahre, und wir einen Bus für die Rückfahrt nehmen. Wir hatten bereits zu dem Zeitpunkt, als wir überlegt hatten ob wir auf die Party mitgehen geprüft, ob und was für Busverbindungen für die Rückfahrt zur Verfügung stehen. Es bestanden 2 Möglichkeiten: 0:50 und 1:53. Das Zweitfahrzeug war bewusst gewählt, da unser Hauptfahrzeug mein Dienstfahrzeug ist. Wenn ich die Möglichkeit habe zu entscheiden, welches Fahrzeug irgendwo über Nacht steht, bevorzuge ich immer das private Auto.
Ich bin dann gegen 21:20 losgefahren. Kurz vor 21:30 sind wir bei der Almhütte angekommen. Ich habe einen Parkplatz so ausgesucht, dass ich unser Auto beruhigt stehen lassen konnte.
Als wir uns dann alle in der Almhütte eingefunden hatten, haben sich die anderen als erstes Drinks wie Jacky-Cola bestellt. Ein Teil der Leute war bereits mit dem Eintreffen gut angetrunken. Ich trinke normalerweise keine Longdrinks in irgendeiner Art, Schnaps trinke ich generell nie. An diesem Abend war ich verunsichert, da sich keiner einfach ein Bier geordert hat. Also habe ich mich für einen Gin Tonic entschieden. Ich gehe von 4 oder 6CL Gin aus.
Mit dem ersten Schluck hatte ich direkt zu meiner Frau gesagt, dass ich das nicht weiter trinken kann, das gerät außer Kontrolle.
Also habe ich beim zweiten Getränk auf Weißweinschorle umgestellt. Wir haben uns dann untereinander lautstark unterhalten (wegen der Musik..)
Beim zweiten oder dritten Weinschorle sind viele von unserer Gruppe bereits auf der Tanzfläche gewesen. Ich bin da eher verklemmt, auch weil ich eher schlecht tanze. Ich wollte da aber eigentlich auch mitmachen, was ein Grund war mehr Weinschorle zu trinken. Es war auch ein Kollege dabei, den ich aus dem Geschäft kenne. Er war sehr gut angetrunken und hat lauthals Mist rausgeredet. Auch hier wollte ich ordentlich mitmachen. Das war ein weiterer Ansporn um auf einen ähnlichen Alkohollevel zu kommen.
Das ganze hat dazu geführt, das ich ca. 6-7 , 0,25l Weißweinschorle getrunken habe.
Ich weiß noch, dass ich 2-3 mal beim Bestellen des nächsten Weißweinschorles gedacht habe, „man machen die dicke Schorle“. Gefühlt waren immer 200ml Wein und 50ml Sprudel drin. Ich weiß natürlich nicht ob alles so gemischt waren.
Zwischenzeitlich war auch klar, dass wir den späteren Bus um 1:52 nehmen.
Ich kann mich nicht an alle Details genau erinnern, aber das letzte Glas muss ich mit dem Verlassen der Almhütte noch runtergestürzt haben. Dies erklärt vielleicht auch zum Teil den Unterschied in den Messergebnissen, auf die ich gleich zu sprechen komme.
Wir haben um 1:45 die Almhütte verlassen. Die Bushaltestelle befindet sich direkt am Ein-/ Ausgang der Almhütte. Der 1:52 Bus ist um 1.45 rasend an uns vorbeigerast.
Die anderen Eltern sind daraufhin in Richtung Ihrer Autos gegangen. Ich habe in diesem Moment entscheiden, dass ich selbst fahre.
Ich bin dann also zu dem umständlich geparkten Auto gelaufen und losgefahren. Die Fahrt ging ca. 1km, bis ich bemerkt hatte, dass die Polizei links in einer Straße stand. Ich muss auch zu schnell gewesen sein, zumindest kommt mir das im Nachhinein so vor. Die Polizei ist mir dann gefolgt. Ich bin dann noch 3 x abgebogen, ehe die Polizei mich eingeholt und gestoppt hatte (Durch rote Anzeige auf dem Dach). Dies war gegen 02:10.
Ich habe sitzend im Auto gewartet, bis der Polizist an meiner Scheibe war. Diese hatte ich bereits runtergelassen. In diesem Moment war mir bereits bewusst, dass es um meinen Führerschein geschehen war. Ich hatte mir vorgenommen zu kooperieren und mich zusammenzureißen (Im Nachhinein vielleicht ein Fehler, was die Dokumentation angeht). Der Polizist hat sofort den Alkoholgeruch wahrgenommen. Ich bin der Aufforderung die Papiere vorzuzeigen sofort nachgekommen, auch wenn es kurz dauerte, bis ich den Fahrzeugschein parat hatte.
Daraufhin bin ich aufgefordert worden auszusteigen. Ich habe mir Mühe gegeben so normal wie möglich zu sein.
Nun Stand der Atemalkoholtest an. Hierbei habe ich mich angestellt wie der erste Mensch. Ich wurde nach meiner Erinnerung auch mehr als einmal ermahnt.
Schlussendlich sind wir zu einem Ergebnis gekommen, ich hatte einen Wert von 0,66mg/l, 1,32%o.
Für eine folgende Blutentnahme wurde ich in das nächste Krankenhaus gefahren. Erschreckender Weiße wurde dort ein BAK von 1,60%o festgestellt (Im Nachgang natürlich). Entnahmezeit 02:39.
Ich bin dann vom Krankenhaus heimgelaufen, denke mal ca. 1 Stunde.
Ich habe sonst keine weiteren Angaben gemacht.



2. Warum kam es zur Auffälligkeit?

Das erste Bier wurde an diesem Abend aus Geselligkeitsgründen getrunken. Wir standen beieinander und mir wurde eins angeboten. Ein zweites habe ich abgelehnt, da mir kalt war und ich lieber gehen wollte als noch länger dort zu bleiben.
Die folgenden Drinks an dem Abend wurden getrunken, weil:
Ich das Gefühl hatte ich muss da dazu gehören und auf ein gleiches Level kommen, um beim „Lustigsein“ auch ungehemmt mitmachen zu können und um auch auf der Tanzfläche präsent und aktiv zu sein.
Somit war das Zugehörigkeitsverlangen und die Gesellschaft der Motivator an diesem Abend. Da die anderen auch alle viel Alkohol konsumiert hatten, konnte ich das ungehemmt auch tun. Das Ganze ist passiert mit Leuten die ich noch nicht so lange kenne, mit denen ich nicht so viel zu tun habe und auch nicht will.

Die darauf folgende Trunkenheitsfahrt war grundsätzlich fest ausgeschlossen.
- Ich hatte mich um eine Mitfahrgelegenheit gekümmert, leider klappte dies nicht
- Ich hatte bewusst das private Fahrzeug gewählt, da klar war, dass das Auto stehen bleibt
- Ich habe mich im Voraus über die Busverbindungen informiert
- Das Fahrzeug wurde so geparkt, dass ich es beruhigt über Nacht stehen lassen konnte

Warum ich entschieden habe zu fahren, kann ich im Nachhinein nicht rational erklären.
Dies war meine erste Trunkenheitsfahrt mit so viel Alkohol. Ich bin in der Vergangenheit bereits öfter mit mehr als erlaubt gefahren, aber nicht in diesem Zustand. Meine Faustformel war immer max. 2 x 0,5l Bier, wenn ich diese Regel gebrochen habe, dann max. um ein weiteres 0,5l Bier.
Klar ist, dass der hohe Promillewert dazu geführt hat, dass ich nicht rational entschieden habe und ich in diesem Moment nicht die Kontrolle über mich hatte.


3. Wie war der Rauschmittelkonsum vor der Auffälligkeit?

In der Zeit von 2014 und 2018 kam der Nachwuchs, ich habe mäßig Alkohol getrunken. Mäßig heißt in diesem Fall, dass unter der Woche selten Alkohol konsumiert wurde . Samstags wurde häufiger Alkohol getrunken. Im Regelfall wenig (2-3 Bier 0,33) selten mehr (Höchstmenge 6 x 0,33l / 1 Flasche Wein (6 x / Jahr)
2019 habe ich sehr viel an unserem Haus umgebaut, während dieser Zeit habe ich mit bekannten Handwerkern teilweiße auch unter der Woche Alkohol getrunken, 2-3 x 0,33l, ca. 2-3 x unter der Woche.
2020 war Corona , bis 2023 war mein Konsum wieder so wie vorher (2014-2018)
Durch verschiedene Ereignisse (Tot verschiedener Familienmitglieder, Stress, Geldsorgen….) stieg mein Alkoholkonsum im Laufe des Jahres 2023.
Der Konsum unter der Woche war 1-2x, bis zu 0,5l Wein, an den Wochenenden haben sich die Höchstmenge auf ca, 1,5 Flaschen / 1,2l Wein gesteigert. Die Höchstmengen sind 1-2x im Monat konsumiert worden.

4. Wie ist der Konsum heute?


Ich hatte seit dem Vorfall auf Alkohol verzichtet, also ab Ende Februar 2025.
An Weihnachten 2025 wollte ich auf unserer Betriebsfeier das erstmal wieder ein Bier trinken. Hab ich dann nicht gemacht, sondern habe ein alkoholfreies Bier getrunken.
Am 24. habe ich mit meiner Frau 1 Glas (nicht mehr als 0,1) Wein getrunken.
An Sylvester habe ich am Sektglas genippt (weniger als 0,05)
Auslöser der Trinkpause war die Trunkenheitsfahrt mit dem damit verbundenen Führerscheinentzug. Der Verzicht tat mir sehr gut.
Ich bin an jedem Ereignis fit, egal ob auf einer Party oder beim Kartenspielen, in habe nie einen Schädel, ich fühle mich wohler und gesunder. Immer die Kontrolle zu haben ist sehr befriedigend, vor allem in den „gewohnten Situationen“ in denen Alkohol in der Vergangenheit immer eine Rolle gespielt hat.
Ohne Alkohol ist in der Summe die komplette Woche besser durchstrukturiert.
Ich bin viel motivierter mich wieder sportlich zu betätigen und an unserer Außenanlage weiter zu arbeiten.

Meinen vorherigen Konsum habe ich nie ernsthaft in Frage gestellt sondern eher verharmlost. Ich war 2023 beim Arzt zur standardmäßigen großen 40er Untersuchung mit guten Werten. Das hatte mich in meiner Sicht auf meinen Umgang mit Alkohol bestätigt.
Mein ganzes Leben hatte ich das Gefühl sehr gut und bewusst mit Alkohol umzugehen.
Dabei habe ich natürlich diverse Räusche davongetragen, aber immer nur bei entsprechenden Festlichkeiten/ Anlässen.
Ich habe nie konstant getrunken, hatte nie Dauerpegel (außer vielleicht mal auf Mallorca mit Kollegen) und ich hatte noch nie in meinem Leben das Verlangen nach Alkohol.
Ich war früher eher einer derjenigen, die von sich behaupteten, "ich hatte schon lange keinen Rausch mehr".
Auch habe ich mich nie so betrunken, dass gar nichts mehr geht. Ab einem gewissen Level habe ich einen inneren Stopp welcher mich auf Sprudel oder Cola umsteigen lässt.
Dafür wurde ich von meinen Kumpels schon immer beneidet.

Wie oben beschrieben, gab es in meinem Leben Ereignisse, welche dazu geführt haben, dass ich schleichend mehr und mehr Alkohol getrunken habe.
Dies ist mir damals dann auch bewusst geworden. Im Herbst 2024 hatte ich entschieden, unter der Woche keinen Alkohol mehr zu konsumieren (Quasi Montag bis Donnerstag).
Dies habe ich ohne Ausnahme umgesetzt. Von da an hatte ich nur noch an den Wochenenden Alkohol konsumiert, bis zum Tattag.


5. Wie wird sichergestellt, dass es nie wieder zu einer Auffälligkeit kommt?


Ich habe nach dem Vorfall eine Weile benötigt, bis ich wirklich gesehen habe was Sache ist. Ich habe angefangen, in meiner Vergangenheit zu suchen, nach Erfahrungen die ich in meinem Leben mit Alkohol gemacht habe und was Alkohol bei mir bewirkt.
Ich habe nach Ursachen gesucht, warum ich überhaupt Alkohol trinke (Geselligkeit, Zugehörigkeit, Hemmschwelle überwinden (Frauen ansprechen, über private Dinge Reden, Tanzen….)), und warum der Alkoholkonsum gestiegen ist (unverarbeitet Dinge/ Verluste, Sorgen (Geld…), Stress…
Oft habe ich in der Vergangenheit die Dinge eher in mich hineingefressen, anstatt darüber zu reden. Diese Dinge bin ich am Aufarbeiten. Die Sicht auf den Alkohol hat sich massiv geändert, ich habe ausschließlich positive Erfahrungen ohne Alkohol.
Der verantwortungsvolle/ kritische Umgang mit Alkohol steht hier nun im Vordergrund.
Nicht zuletzt ist mir meine Vorbildfunktion meinen Kindern gegenüber sehr wichtig. Ich habe meinen Kindern gezeigt wie es nicht geht, nun will ich zeigen, wie man diesen Fehler wieder korrigiert. (Gott sei dank kann ich das guten Gewissens tun, da niemand durch meine Aktion zu Schaden kam). In diesem Sinne bin ich auch einfach mir selber treu.
Zukünftig werde ich Alkohol nur noch sehr risikoarm trinken

Das bedeutet, dass es nur noch geplante Anlässe gibt. Nicht jeder Geburtstag ist automatisch ein Anlass. Alkoholmengen von 2 Bier oder 0,25l Wein werden nicht mehr überschritten, um sicher zu gehen, dass ich jederzeit die Kontrolle über meine eigene Entscheidung habe.
Ich habe mich bewusst für das risikoarme Trinken entschieden. Das kann ich sehr gut managen und ich fühle mich wohl damit. Bei ausgesuchten Anlässen, habe ich die Möglichkeit ein alkoholisches Getränk zu genießen.
Sollte es zukünftig, aus welchen Gründen auch immer, hier eine Abweichung geben, habe ich die Möglichkeit dies sofort wieder zu korrigieren, beispielsweise durch Gespräche mit Familie/ Freunden Kollegen, aber auch durch die Möglichkeit der Kontaktierung von Profis. Ich bin nun sehr sensibilisiert, was den Umgang und Konsum von Alkohol angeht. Auch habe ich kein aber mehr vor Psychologen etc.
Nicht zuletzt ist mir natürlich auch meine eigene Gesundheit wichtig.
Ich bin auch davon überzeugt, dass das was passiert ist, zum richtigen Zeitpunkt passiert ist. Mir ist rechtzeitig gesagt worden; Achtung, mach so nicht weiter.
Ich habe mich bewusst gegen eine komplette Abstinenz entschieden. Der Grund ist, dass ich Bedenken habe was passiert, sollte doch einmal irgendwann Alkohol getrunken werden. Die Gefahr in alte Gewohnheiten zu fallen sehe ich hier als viel höher an, da es keinen Plan B gibt. Im Grunde hat man dann versagt. Die Hemmschwelle wieder „zu versagen“ sinkt unter Umständen.
Ich will auch zukünftig Alkohol trinken, aber eben nicht um etwas runterzuschütten, sondern um das alkoholische Getränk zu genießen (Toller Wein, Aperol Spritz...)

Gründe für Sinneswandel

- Ursachen gesucht, Motive gesucht
- Ursachen am Aufarbeiten, auch welche Erfahrungen habe ich mit Alkhohl früher gemacht und wie spiegelt sich das wider
- Einstellung zu Alkohol überdacht, und komplett geändert
Feststellung der Alkohol ist kein Problemlöser, sondern ein Genussmittel
- Positive Erfahrungen ohne Alkohol
- Vorbildfunktion für meine Kids
- Gesundheit
- Grundsätzliche innere Einstellung zum Alkoholkonsum

Die Gefahren in Alte Gewohnheiten zurückzufallen, lauern im Alltag. Stress und andere Faktoren nehmen hier Einfluss.
Die grundsätzliche Vermeidungsstrategie ist, dass regelmäßiger Alkoholkonsum nicht mehr zu meiner Lebensweise gehören. Stress lässt sich sehr gut durch eine Biketour nach dem Geschäft bewältigen. Oder auch einfach Joggen gehen. Über Dinge die einen beschäftigen aktiv zu sprechen hilft sehr viel. Wie bereits geschrieben, einen Profi zu kontaktieren ist nun kein Problem mehr.
Grundsätzlich auf sich selbst hören und achten, Auszeiten nehmen, Probleme Sorgen Stress etc aktiv angehen statt nur in sich reinfressen und im schlimmsten Fall runterspülen.
Ich muss es auch nicht immer jedem Recht machen, und was andere von mir denken ist auch nicht immer wichtig, auch so ein Thema bei mir.


Was habe ich bereits gemacht:

3 Monate Trinkpause nachgewiesen mittels Urintests (Mai 2025 bis einschließlich Juli 2025)
3 Monate (diese könnten eine Erprobungsphase sein) mittels Haaranalyse nachgewiesen (August 2025 bis Oktober 2025)
Aktuell seit November PETH Blutnachweis, bisher 2 mal

Außerdem habe ich vom Arzt Leberwerte aus 2023 und "aktuelle" aus dem August 2025, sollten die Werte für euch interessant sein, teile ich diese gerne.

Seit Mai bin ich bei der MPU Vorbereitung beim TÜV
Führerschein habe ich kürzlich beantragt, Begutachtungsstelle bereits ausgewählt, warte auf Antwort

Ich habe sonst keine weiteren Vergehen, meine Führerscheinakte ist bis auf diese Thema leer.

Einschätzung meine Psychologen bei der Vorbereitung:

1. Onlinetreffen hat er geschwankt zwischen A2 und A3
Nun gefestigte Einschätzung und Beratung auf Basis A3 mit dem Hinweis, dass ich die ganzen Nachweise die ich mache alle nicht nötig sind.


So, jetzt habe ich endlich meinen Beitrag hier online gestellt, bin gespannt auf die ersten Feedbacks.

Grüße

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corneliusrufus
Beitrag 09.01.2026, 01:46
Beitrag #2


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Willkommen @Hirzel im Verkehrsportal und im neuen Jahr.

Beim Lesen habe ich mich auch gefragt, ob nun A2 oder A3. Wenn ich die Probleme einmal ausblende, deine so reduzierte Geschichte nehme, dann hätte Dir die Fahrt ganz genauso passieren können. Du hattest die Alkoholanzeichen wahrgenommen, Dich jedoch bewusst gegen diese entschieden. Weiter konsumiert. Verhängnisvoll war, dass Du in der Vergangenheit Übung aufgebaut hattest und dass Du aus Lust oder Gruppendrang die Feier so auskosten wolltest, dass der Bus abfuhr. Mit klarem Kopf rechnet man, dass ein Bus auch mal verfrüht an einer Haltestelle ist und dort eben nicht wartet.

Möglicherweise wäre Dein Konsumverhalten auch ein ganzes Leben gut gegangen. Jedenfalls im Sinne, nichts passiert, nie erwischt.

Der Part mit den Problemen, der Leistung und dem sich gönnen in der Woche zeigt, wie schleichend Alkoholkonsumfunktionen auch ausgeweitet werden. Andererseits hattest Du das selbst zurückgeführt. Auch das ist Normalität.

Was vermisse ich? Vielleicht die Beschreibung einer ähnlichen Feier in der jüngeren Vergangenheit. Du trinkst nun kontrolliert. Doch wie geht es Dir damit? Nicht nur auf den Alkohol bezogen, sondern auf seine positiven Effekte? Fehlt da was? Vermisst Du etwas? So etwas wie Leichtigkeit? Wenn ja, dann könnte die Wiederholungsgefahr konkreter beschrieben werden.

Ich meine, das reicht für die MPU.

Liebe Greet-Ings Cornelius


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Da nicht jeder Wunsch im Leben erfüllt wird, sind mehrere Wünsche empfehlenswert. Die Lebenskunst ist nun, ungeachtet unerfüllter Wünsche, zufrieden zu sein. Der Unterschied zwischen Himmel und Hölle liegt darin, in der Hölle wird jeder Wunsch sofort erfüllt - weil dann Wünschen keine Freude mehr bereitet.
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der Stef
Beitrag 09.01.2026, 08:45
Beitrag #3


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Zitat
3 Monate Trinkpause nachgewiesen mittels Urintests (Mai 2025 bis einschließlich Juli 2025)
3 Monate (diese könnten eine Erprobungsphase sein) mittels Haaranalyse nachgewiesen (August 2025 bis Oktober 2025)
Aktuell seit November PETH Blutnachweis, bisher 2 mal

die zweiten 3 Monate (und danach) dann kontrolliert Trinken? Das wäre ja auch eine strategische Vorgehensweise, um eine A2 mit kT ohne Zeitverlust für eine spätere erneute MPU abzudecken, falls es mit der zeitnahen A3 nicht hinhaut. Kann man machen, ja. Ist das ab Nov. ein ganzes Programm für einen bestimmten Zeitraum oder gehst Du da nach Lust und Laune?

Für die A3 brauchst Du nix an Nachweisen, aber so manche Gutachter sehen sowas trotzdem ganz gerne, besonders die Trinkpause.
Ich glaube, es könnte hilfreich sein, wenn dir (schmerzhaft) bewusst wird (so, dass es der Gutachter spürt!), dass Du dir schon eine erhebliche Giftfestigkeit angetrunken hast im Lauf der Zeit, Dein körperliches Warnsystem also schon bisschen pfutsch ist. Kaputt. Hin. Bedenke: ab 1.1 Promille beginnt die absolute Fahruntüchtigkeit, Du aber konntest noch...
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Hirzel
Beitrag 09.01.2026, 13:27
Beitrag #4


Neuling


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Zitat (der Stef @ 09.01.2026, 09:45) *
die zweiten 3 Monate (und danach) dann kontrolliert Trinken? Das wäre ja auch eine strategische Vorgehensweise, um eine A2 mit kT ohne Zeitverlust für eine spätere erneute MPU abzudecken, falls es mit der zeitnahen A3 nicht hinhaut. Kann man machen, ja. Ist das ab Nov. ein ganzes Programm für einen bestimmten Zeitraum oder gehst Du da nach Lust und Laune?

Für die A3 brauchst Du nix an Nachweisen, aber so manche Gutachter sehen sowas trotzdem ganz gerne, besonders die Trinkpause.
Ich glaube, es könnte hilfreich sein, wenn dir (schmerzhaft) bewusst wird (so, dass es der Gutachter spürt!), dass Du dir schon eine erhebliche Giftfestigkeit angetrunken hast im Lauf der Zeit, Dein körperliches Warnsystem also schon bisschen pfutsch ist. Kaputt. Hin. Bedenke: ab 1.1 Promille beginnt die absolute Fahruntüchtigkeit, Du aber konntest noch...



Genau das ist der Plan dahinter, A3 versuchen, sollte dies nicht klappen, die Dokumente für A2 nutzen mit möglichst keinem zusätzlichen Zeitverlust.
Die 2. 3 Monate wollte ich eigentlich kontrolliert trinken (Erprobungsphase). Tatsächlich ist es nie zu einem Trinkereignis gekommen, somit hatte ich mir die Zeit mittels Haarprobe als abstinent attestieren lassen.
Das PETH ab November ist ein Programm über einen Zeitraum von 6 Monaten, also bis Mai 2026.

Das ich mir durch den Alkoholkonsum eine entsprechend Toleranz/ Giftfestigkeit angeeignet hatte, ist mir grundsätzlich ganz bewusst.
Ich denke genau an diesem Punkt muss alles zusammenkommen und auch zusammenpassen. Wie ist es dazu gekommen, was waren die Abstellmaßnahmen, was sind die langfristigen Absicherungsmaßnahmen um sicherzustellen, dass die neue Lebensweise zukünftig stabil ist und sich die alten Gewohnheiten nicht wieder einschleichen, respektive sollte sich doch etwas einschleichen wie kann man wieder dagegen wirken.
Meine Absichten sind tatsächlich zukünftig eine Lebensweise an den Tag zu legen, bei welcher Alkohol im Alltag keine Rolle spielt und Alkohol nur zum Genuss konsumiert wird; geplant bei bestimmten (ausgesuchten) Ereignissen.
Ich habe nicht als Ziel das alles wieder über Bord zu schmeißen, sobald ich den Führerschein wieder habe. Diesen würde ich nach der Wiedererteilung gerne dauerhaft behalten.
Wobei der Führerschein hier nicht alleine ausschlaggebend ist. Es gibt diverse weitere gute Motivatoren, eine Lebensweise mit risikoarmen Alkoholkonsum zu führen. Eine negative Erfahrung ohne Alkohol habe ich noch keine gemacht.
Die ganze Geschichte hat bei mir zu eine Sensibilisierung und Auseinandersetzung zum Thema Alkohol geführt; ich denke auch zu einem passenden Zeitpunkt. Ich habe noch nichts kaputt gemacht, hätte gut gehen können...vielleicht auch nicht...
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Hirzel
Beitrag 09.01.2026, 18:54
Beitrag #5


Neuling


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Zitat (corneliusrufus @ 09.01.2026, 02:46) *
Der Part mit den Problemen, der Leistung und dem sich gönnen in der Woche zeigt, wie schleichend Alkoholkonsumfunktionen auch ausgeweitet werden. Andererseits hattest Du das selbst zurückgeführt. Auch das ist Normalität.

Was vermisse ich? Vielleicht die Beschreibung einer ähnlichen Feier in der jüngeren Vergangenheit. Du trinkst nun kontrolliert. Doch wie geht es Dir damit? Nicht nur auf den Alkohol bezogen, sondern auf seine positiven Effekte? Fehlt da was? Vermisst Du etwas? So etwas wie Leichtigkeit? Wenn ja, dann könnte die Wiederholungsgefahr konkreter beschrieben werden.

Ich meine, das reicht für die MPU.


Vielen Dank.

Zitat
Andererseits hattest Du das selbst zurückgeführt. Auch das ist Normalität.

Wie meinst du das?

Zitat
Vielleicht die Beschreibung einer ähnlichen Feier in der jüngeren Vergangenheit.


Ich habe in der Zeit seit Februar keine Feier und keinen Anlass ausgelassen, "nur" weil ich nichts trinke. Ich habe mich quasi allen Situationen gestellt.
Ich denke grundsätzlich ist das eine Frage der Einstellung wie ich auf eine Feier gehe.
Gehe ich auf eine Feier mit dem Vorhaben keinen Alkohol zu trinken, dann orientiere ich mich automatisch nicht an den Leuten die später betrunken sind sondern halte mich an Leute, welche nicht viel trinken (Die gibt's echt)
Somit kommt in mir der Wunsch nach situativer Zugehörigkeit zu einer (alkoholisierten) Gruppe gar nicht erst auf. Es fehlt dann auch nicht der Alkohol.
Auch mein Blick auf die Leute ist spezifischer und genauer geworden in Bezug auf den Alkohol. Wo ich früher dachte, "hm der trink auch nicht wenig", stelle ich heute fest "der hat eigentlich einen moderaten und vernünftigen Umgang mit Alkohol. Dies geschieht auch umgekehrt, dass ich heute auf Leute blicke und denke "das ist ein heftiger Alkoholkonsum", wo ich früher vielleicht dachte "ah gut, der hat weit mehr Licht am Fahrrad als ich".
Dies ist immer bezogen auf individuelle Situationen, vor der TF habe ich mir das wahrscheinlich oft auch einfach nur schöngeredet.
Selbstverständlich habe ich nüchtern einen anderen Auftritt als mit Alkohol. Man wird mich vermutlich nüchtern nicht auf der Tanzfläche eskalieren sehen.
Die Frage die ich mir stelle ist, muss ich das? Ich bin auch nüchtern fähig, mich mit anderen Leuten zu unterhalten, lustig drauf zu sein und einen riesen Käse zu erzählen.
Wahrscheinlich sogar besser als mit Alkohol. Vielleicht nicht so ungehemmt, aber auch das ist erfahrungsgemäß nicht schlimm. Verlust von Hemmung bedeutet u.U. eine Entschuldigung am nächsten Tag...kennt der ein oder andere bestimmt.
Ich hatte bereits sehr viele Situationen/ Festlichkeiten/ Anlässe, bei welchen früher Alkoholkonsum Standard war. Diese Jahr war ich in diesen Situationen nüchtern.
Das habe ich genossen. Ich war stets Herr meiner Sinne, musste mich nie fragen, ob ich irgendwo über das Ziel hinausgeschossen bin, der nächste Tag war strukturiert und ohne Kater.


Zitat
Du trinkst nun kontrolliert. Doch wie geht es Dir damit? Nicht nur auf den Alkohol bezogen, sondern auf seine positiven Effekte? Fehlt da was? Vermisst Du etwas? So etwas wie Leichtigkeit?


Ein Teil der Antwort steckt bereits im oberen Abschnitt.
Natürlich hatte ich einzelne Situationen, in welchen ich gerne ein z.B. Bier getrunken hätte. Die Situationen waren ganz unterschiedlicher Art und haben nicht unbedingt mit einer Feier zu tun.
Dies bedeutet nicht, dass ich den Wunsch hatte 4 Bier zu trinken, eher in die Richtung ein Bier als Belohnung wenn etwas geschafft ist (z.B. nach getaner Gartenarbeit am Samstag, oder wenn man nach langer Fahrt in den Urlaub von den bereits angereisten Freunden empfangen wird..usw.)
Ich habe keine alltäglichen Situationen in den ich z.B. unter der Woche nach der Arbeit nach Hause komme und den Wunsch nach Alkohol habe um zu Entspannen, Verarbeiten, Belohnen.....
Ich denke das geht in die Richtung deiner Frage nach Leichtigkeit.
Ich hatte noch keine Situation in welcher ich mir gewünscht hatte viel Alkohol trinken zu können um lockerer zu werden. Eher kam dann der Blick auf die Uhr.


Zitat
Ich meine, das reicht für die MPU


Darf ich auch hier fragen, wie das genau gemeint ist? Was steckt hinter deiner Einschätzung?



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corneliusrufus
Beitrag 09.01.2026, 21:39
Beitrag #6


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Du hast deinen Alkoholkonsum nach der Fahrt von Dir aus reduziert, auf ein niedriges Maß gebracht. Du hast dazu keine deutliche externe Hilfe benötigt.

Das besagt zugleich einiges, wie tief sich dein Alkoholkonsum manifestiert und in dein Leben integriert hatte. Hier in Bezug zu einer A3-Einstufung. Nehme ich das als Ausgangsstufe einer MPU-Einstufung dürften deine Maßnahmen samt Konsumänderung für die MPU ausreichen.

Bei einer A2-Einstufung würden die Konsumhintergründe deutlich betrachtet. Beispielsweise die Kette Feiern um Leichtigkeit zu gewinnen und Alkohol um diese Leichtigkeit gewinnen zu können; mit dem Ergebnis dass alles drei fast untrennbar verknüpft wird und eines das andere im Verhalten bedingt. In dieser Weise hatte ich dich nicht gelesen.

Liebe Greet-Ings Cornelius


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