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BAB - wann darf Standspur benutzt werden

hinzugefügt von Fridolin [Email: Keine]
am 06.05.02 17:41

Bei großer Verkehrsdichte gibt es regelmäßig auf der A643 vor der Abfahrt auf die A66 einen Rückstau. Von den meisten KFs wird dann der Standstreifen vor der Abfahrt genutzt, um im Schritttempo zur eigentlichen Ausfahrt zu kommen. Vorteil ist, die rechte Fahrspur bleibt vom Stau verschont.
Darf die Standspur hier benutzt werden ( Eine Beschilderung, die das erlaubt gibt es hier nicht ).
Oder muß bzw. darf man auf dem rechten Fahrstreifen bis zum eigentlichen Beginn der Abfahrt fahren und sich dort in die Kolonne die von der Standspur kommt "einfädeln".
Wer hat an dieser Stelle eigentlich dann Vorrecht bzw. Vorfahrt ???


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Zu: BAB - wann darf Standspur benutzt we

angehängt von Peter Lustig (macmen@web.de)
am 06.05.02 21:55

§ 2 Abs. 1 StVO: Fahrzeuge müssen die Fahrbahn benutzen. Seitenstreifen sind nicht Bestandteil der Fahrbahn. Also ist die Benutzung eines Seitenstreifens durch fahrende Fahrzeuge schon einmal unzulässig.

Eine Standspur auf Autobahnen und Kraftfahrstraßen ist kein Teil derselben Fahrbahn, sondern als Randstreifen nur für das Halten und Benutzen in Notfällen (§ 18 Abs. 8 StVO) bestimmt, also für den fließenden Verkehr gesperrt. Damit liegt bei der -verbotswidrigen- Benutzung des Seitenstreifens auch kein verbotenes Rechtsüberholen vor, sondern nur ein Verstoß gegen § 2 Abs. 1 StVO (s.o.). Ggf. kann aber das Überholen auf der Standspur den weiteren Begriff des Überholens des § 315c Abs. 1 Nr. 2 Strafgesetzbuch (Straßenverkehrsgefährdung) erfüllen!

Ein Verzögerungsstreifen vor einer Ausfahrt ist straßenbautechnisch eine vorübergehende Verbreiterung der Fahrbahn und dient dem Abbiegen von der Autobahn. Ihre Benutzung durch den durchgehenden Verkehr ist ebenso wie bei einer Standspur verboten. Verkehrsrechtlich sind sie im Verhältnis zur durchgehenden Fahrbahn selbständige Fahrbahnen, gehören also nicht zu diesen, sondern sind der erste Teil der abbiegenden Fahrbahn. Also biegt ein Kraftfahrer ab, wenn er von der durchgehenden Fahrbahn auf den Verzögerungsstreifen wechselt und hat demnach die Pflichten des § 9 Abs. 1 Satz 4 StVO (vor dem Einordnen und nochmals vor dem Abbiegen ist auf den nachfolgenden Verkehr zu achten) zu beachten.

Auf Verzögerungsstreifen, die durch eine Leitlinie von der durchgehenden Fahrbahn getrennt sind, darf auf Autobahnen rechts nicht schneller als auf der durchgehenden Fahrbahn gefahren werden (§ 42 Abs. 6 Nr 1 f StVO).

Damit dürften Deine Fragen im Wesentlichen beantwortet sein.


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50 Euro und 2 Punkte

angehängt von Uwe Brandt (uwe_forum@yahoo.de)
am 07.05.02 08:01

Ein Regelverstoß gegen § 2 I StVO wird in der Regel wie folgt sanktioniert: "Seitenstreifen zum Zweck des schnelleren Vorwärtskommens benutzt" ... 50 Euro und 2 Punkte (Lfd. Nr. 88 BKatV 2002).


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Dies war nicht das Problem !!

angehängt von Fridolin (Email-Adresse unbekannt)
am 07.05.02 11:20

Hallo Peter, Hallo Uwe, zunächst mal danke für die schellen Antworten, aber die treffen nicht das Problem !! Die Standspur wird nicht zum Überholen benutzt, sondern von der Ausfahrt bildet sich ein Rückstau auf den Verzögerungsstreifen, ist dieser dann "voll", bleiben die Autofahrer nicht wie eigentlich vorgeschrieben bis zum Beginn des Verzögerungsstr. auf der rechten Fahrbahn, sondern benutzen ( ordnungswiedrig ) mehrere 100 m die Standspur als sozusagen verlängerten Verzögerungsstreifen. Fahre ich dann an dieser Kolonne, eigentlich vorschriftsmäßig vorbei, bis zum Beginn des Verzögerungsstreifens, wird mir das dann nötige Einfädeln in die Kolonne verwehrt. So stehe ich dann, eigentlich immer noch vorschriftsmäßig auf der rechten Fahrspur, und behindere den geradeausfahrenden Verkehr, bis mich einer dann gnädigerweise auf den Verzögerungsstreifen in die Kolonne lässt. Aber ich kann doch nicht nur weil hundert andere sich falsch verhalten, das gleich tun, und mich hinten auf der Standspur an die Kolonne hängen.


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§ 1 StVO!!

angehängt von Peter Lustig (macmen@web.de)
am 07.05.02 12:36

Dieses Problem lässt sich in der Praxis tatsächlich nicht mit eindeutigen rechtlichen Regeln sondern nur mit Verständigung mit den anderen, die von der Standspur kommen, lösen. Zwar benutzen diese die Standspur verbotswidrig, was Dir allerdings nichts nutzt. Andererseits biegst Du vom durchgehenden Fahrstreifen auf den Verzögerungsstreifen ab und musst von daher die "Vorfahrt" derjenigen, die sich dort bereits befinden, beachten.

Die einzig brauchbare Antwort, die mir hierzu einfällt, ist die über den bekannten § 1 StVO mit seiner gegenseitigen Vorsicht und Rücksichtnahme.

Im übrigen muss ich Dir Recht geben, dass man nicht selbst unbedingt das tun muss, was 100 andere, wenn auch falsch, tun. Diese Begründung dürfte Dir im Einzelfall bei einer Beanstandung auch recht wenig nützen;-).


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Danke

angehängt von fridolin (Email-Adresse unbekannt)
am 07.05.02 19:03

Danke Peter !
War mir fast schon klar, dass es hier sehr schwierig ist, zu beurteilen. Ich hatte zuvor auch schon im Bekanntekreis u.a. mit einem erfahrenen Fahrlehrer darüber gesprochen, ohne eindeutige Aussagen zu erhalten.
Aber eine Anmerkung noch: Das mit der Vorfahrt in deiner 2. Antwort sehe ich nicht so. Sicher hast du recht, wenn ich mich erst nach einigen Metern auf dem Verzögerungsstr. einordnen will. Am Anfang jedoch bin ich theoretisch das erste KFZ, der von der Standspur kommende hat hier dann wohl keine Vorfahrt, er will ja genaugenommen aus einem Bereich des ruhenden Verkehrs auf die Fahrbahn ( Verzögerungsstr. ) wechseln.
Also §1 und die Hoffnung, dass der andere Autofahrer das ebenso sieht.

Aber nun kurz was anderes: Ein großes Lob für eure Foren !!!

Steht sehr viel nützliches und informatives drin, und so manch einer hätte wohl weniger Probleme im Straßenverkehr, hätte er mal vorher hier reingeschaut.
Aber es gibt auch Pech, so kam ich über eine Suchmaschine hier rein. Bin nach 30 Jahren ohne Punkte, bei z.Zt 60Tkm/Jahr und defensiver Fahrweise nun endlich mal aufgefallen: Bin bei Rot über eine Ampel und geblitzt worden, gestern kam die Anhörung. Hab einfach nicht aufgepasst.
Infos über dieses Thema habe ich hier reichlich gefunden, direkt helfen kann mir hierbei wohl keiner, jetzt muß ich da durch.
Wenn aber einer sagt, ihm könne das aufgrund seiner Fahrweise nie passieren, der lügt. Fehler machen die besten Autofahrer, und das täglich.

-- PS: Du hast doch aber nichts mit Löwenzahn zu tun, oder ?!?


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Zu: BAB - wann darf Standspur benutzt werden

angehängt von john-boy (Email-Adresse unbekannt)
am 08.05.02 23:13

servus

wer vorrang hat, sehe ich genauso wie fridolin

da der seitenstreifen kein teil der fahrbahn ist, wäre § 10 StVO einschlägig: einfahren aus einem anderen straßenteil - und somit wartepflichtig gegenüber allen anderen verkehrsteilnehmern

j.b.


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Zu: BAB - wann darf Standspur benutzt werden

angehängt von Uwe Kusnezow (webmaster@fahrlehrer-uwe-kusnezow.de)
am 09.05.02 02:28

Ist eine der Besten Seiten im www!
Fehler macht jeder, das ist wohl wahr! Wer sich anmasst zu sagen er fahre fehlerfrei, hat keine Ahnung,egal wie lange er den FS hat.
Gruss Uwe

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