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> Einspurig oder Zweispurig?
tomahawk
Beitrag 15.09.2009, 05:11
Beitrag #1


Neuling


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Ich hatte neulich einen Unfall bei dem jemand, ohne zu bremsen, zu blinken, sich einzuordnen (und zu gucken) von ganz rechts nach ganz links in eine Parkbucht fahren wollte. Dazwischen war ich.

So, jetzt will mir derjenige 100% Schuld an dem ganzen geben, weil das eine breitere Einbahnstrasse ohne Fahrbahnmarkierungen war. Dh, man kann, bei mässiger Geschwindigkeit, einen anderen PKW prima überholen, soweit der sich normal rechts hält, einen LKW aber nicht.
Überholverbot gab es keines, am Anfang und Ende der Strasse befinden sich zwei Fahrbahnmarkierungen (für zwei Fahrspuren - ich bin aber erst nachher auf die Strasse eingebogen). Ist die Strasse nun überbreit, dh ggf zweispurig, oder ist sie einspurig und ich durfte generell nicht überholen?? Im internet findet man dazu leider keine Infos, bzw ich hatte mal welche, VOR dem Unfall, habe sie danach aber leider nicht wiedergefunden.
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Schorsch
Beitrag 15.09.2009, 08:28
Beitrag #2


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Fahrstreifen müssen nicht markiert sein.

In §7StVO heißt es:

Zitat
Fahrstreifen ist der Teil einer Fahrbahn, den ein mehrspuriges Fahrzeug zum ungehinderten Fahren im Verlauf der Fahrbahn benötigt.


Wenn hier tatsächlich mit ausreichenden Sicherheitsabständen überholt werden kann, dann ist die Straße zweispurig.
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tomahawk
Beitrag 15.09.2009, 14:09
Beitrag #3


Neuling


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Danke.
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DerOldi
Beitrag 15.09.2009, 15:07
Beitrag #4


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Ich glaube so einfach ist die Antwort nicht.

Interessant ist wie breit die Fahrbahn insgesamt ist und und um welche Art von Fahrbahn es sich handelt, also Fahrbahn Innerorts, Ausserorts oder BAB.
Hier gibt es einen Spielraum von 2,75m Fahrstreifenbreite-3,75m.
Das liegt an der Bauartbeschaffenheit der Fz laut StvZo wobei ein LKW 2,50 bzw ein Kühl-LKW 2,55m breit ist und somit angenommen wird das ein Fz max 2,60 über alles breit ist, daraus resultieren die mind 2,75m-3,75m.

Ist jetzt die Gesamtbreite der Fahrbahn 2,75m+2,75m=5,50m kann man von zwei Fahstreifen sprechen und auch erst dann darf/kann man eine solche Fahrbahn markieren und für 2Fahrstreifen kenntlich machen.
Bedeutet also im Klartext, nur weil 3 Smart ungehindert nebeneinander fahren können habe ich nicht gleich eine Fahrbahn mit drei Fahrstreifen.

Es kommt also immer auf die technischen Abmessungen an die die Fahrbahn/der Fahrstreifen hat und nicht wie toll man dort mit einem Kfz neben dem anderen fahren kann.
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Kai R.
Beitrag 15.09.2009, 15:22
Beitrag #5


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Zitat (DerOldi @ 15.09.2009, 16:07) *
Es kommt also immer auf die technischen Abmessungen an die die Fahrbahn/der Fahrstreifen hat und nicht wie toll man dort mit einem Kfz neben dem anderen fahren kann.

wobei diese Diskussion gar nicht geführt werden muss. Wenn ein legales Überholen möglich ist, hat sich der Abbiegende vor dem Ausscheren im Rückspiegel zu informieren, dass kein Verkehr von links hinten kommt.

Ich würde:
- meine Versicherung informieren (und auf meine Unschuld hinweisen)
- meinen Schaden direkt bei der gegnerischen Versicherung geltend machen. Welche das ist sagt der Zentralruf der Autoversicherer.

Grüße

Kai


--------------------
Grüße

Kai
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DerOldi
Beitrag 15.09.2009, 16:38
Beitrag #6


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Jop, so siehts aus, Versicherung einschalten und Anwalt wenn nötig...
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tomahawk
Beitrag 15.09.2009, 21:01
Beitrag #7


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@DerOldi
Naja, ich messe keine Fahrbahnen aus, ich befahre sie. In dem Fall war es meiner Meinung nach absolut ungefährlich zu überholen, auch wenn keine Fahrbahnmarkierungen vorhanden waren.
Wie schon gesagt befinden die sich am Anfang und am Ende der Straße, kein Überholverbot, oä. Wenn die Fahrbahn hätte markiert werden dürfen, dann hätten die Leute das wohl auch gemacht - ist die Frage was der Grund dafür war - vielleicht dass die Strasse nur 5.30m breit ist, somit kein LKW einen anderen überholen kann (die Straße aber nicht für LKW gesperrt werden sollte/konnte, weil man Verkehrsteilnehmern an sich auch zumuten kann ganz rechts zu fahren, und vorm Einbiegen in eine Parklücke zu blinken und zu gucken, so dass sie nicht die volle Fahrbahnbreite in Anspruch nehmen müssen).

Mit einem Anwalt treffe ich mich morgen, die Versicherungen sind informiert, aber nichtsdestotrotz liegt mir das Ganze auf der Seele, weils unglaublich stressig ist (wies halt immer so bei Unfällen ist) - und wollte mich deswegen hier nach Tipps + Weisheiten erkundigen.

Der Beitrag wurde von tomahawk bearbeitet: 15.09.2009, 21:07
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lanzelot72
Beitrag 15.09.2009, 21:54
Beitrag #8


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Zitat (DerOldi @ 15.09.2009, 17:07) *
... wobei ein LKW 2,50 bzw ein Kühl-LKW 2,55m breit ist ...

Sorry, aber da liegst Du um jemeils 5 cm zu niedrig!
Aber das nur nebenbei!

Ich kann aber auch nicht wirklich nachvollziehen, warum zur Entscheidung 1 vs. 2 Fahrstreifen ein rein fiktiver (!) LKW herangezogen werden sollte. Markierungstechnisch jederzeit, aber verhaltensmäßig gibt das der §7 so nicht her!

Sonst müßte man ja auch gleich von (natürlich fiktiven !) überbreiten landwirtschaftlichen Fahrzeugen und ähnlichem ausgehen!

Griaßle!


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Hauptsach, dr Ranza spannt ond dr Karra lauft !
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tomahawk
Beitrag 16.09.2009, 03:22
Beitrag #9


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Das ist jetzt Erbsenzählerei und muss ich nicht wirklich verstehen, oder?
Gibts nur in meiner Stadt solche Strassen? Nein, Moment mal, ich habe lange Zeit in Hannover gelebt, da gibts am Maschsee auch so eine. Und es ist klar, dass ich nicht überhole wenn ein Fahrzeug vor mir fährt, das überbreit ist, wenn ich auf der linken Seite nicht auf die Gegenfahrbahn ausweichen kann, wie in dem von mir geschilderten Fall, weil da Parkbuchten waren, oder aber da eine durchgezogene Linie oder Gegenverkehr ist.
Die Frage die ich hatte war ganz einfach, ob automatisch ein Überholverbot gilt wenn es keine Fahrbahnmarkierungen gibt - aber ich sehe schon, nicht nur MICH verwirrt das Thema wink.gif
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steveluke
Beitrag 16.09.2009, 05:26
Beitrag #10


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Zitat (tomahawk @ 16.09.2009, 04:22) *
Die Frage die ich hatte war ganz einfach, ob automatisch ein Überholverbot gilt wenn es keine Fahrbahnmarkierungen gibt

Die klare Antwort auf diese Frage lautet. "Nein".

Zitat
- aber ich sehe schon, nicht nur MICH verwirrt das Thema wink.gif

Es ist mE keine Verwirrung, sondern die Komplexität des Themas "Überholverbote", die es notwendig machen kann, ein und dasselbe Thema aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten und möglicherweise zu unterschiedlichen Ergebnissen zu kommen.
Etwas klarer wird es vielleicht, wenn man sich mal die Zeit nimmt, den § 5 StVO (Überholverbot) durchzulesen.
Man erkennt, dass es sehr viele unterschiedliche Verkehrssituationen geben kann, die im Einzelfall ein Überholen verbieten.
Erst wenn sämtliche(!) Vorgaben beachtet werden, kann man zulässigerweise zu dem Schluss kommen, dass ein Überholen erlaubt ist.


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Grundsätze und Weisheiten:
1. Ich muss nicht zu allem und jedem meinen Senf dazu geben. - - - 2. Getretener Quark wird breit - nicht stark! Threads über mehr als 3 Seiten sind per se schon verdächtig.
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Oberlehrer Lempel
Beitrag 16.09.2009, 06:06
Beitrag #11


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Zitat (tomahawk @ 16.09.2009, 04:22) *
Die Frage die ich hatte war ganz einfach, ob automatisch ein Überholverbot gilt wenn es keine Fahrbahnmarkierungen gibt

Die Antwort ist auch ganz einfach: Nein.

Dazu aus der StVO:
Zitat
§5 Überholen
(1) Es ist links zu überholen.
(2) Überholen darf nur, wer übersehen kann, daß während des ganzen Überholvorgangs jede Behinderung des Gegenverkehrs ausgeschlossen ist. Überholen darf ferner nur, wer mit wesentlich höherer Geschwindigkeit als der zu Überholende fährt.
(3) Das Überholen ist unzulässig:
1. bei unklarer Verkehrslage oder
2. wo es durch Verkehrszeichen (Zeichen 276, 277) angeordnet ist.

Im hier betrachteten Falle könnte eine unklare Verkehrslage vorgelegen haben. Dann wäre das Überholen unzulässig gewesen.

Wenn man aber annimmt, dass keine unklare Verkehrslage vorgelegen hat, dann war das Überholen grundsätzlich zulässig, auch in einer Einbahnstraße und auch bei nicht markierten Fahrstreifen.

Das Überholen muss aber nach den in § 5 StVO genannten Regeln durchgeführt werden. Wenn etwa die Straße so schmal ist, dass kein ausreichender Seitenabstand eingehalten werden kann, dann darf nicht überholt werden - allerdings nicht, weil dann ein Überholverbot bestände, sondern einfach weil es nicht passt. Der Vorwurf wäre dann auch nicht: "Missachtung eines Überholverbotes" sondern "Nichteinhaltung eines ausreichenden Sicherheitsabstandes". Während die Missachtung eines Überholverbotes recht teuer wird und Punkte gibt, fällt die Nichteinhaltung eines ausreichenden Sicherheitsabstand noch in den Verwarnungsgeldbereich.

gez. Lempel
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RSS Vereinfachte Darstellung Aktuelles Datum: 25.10.2014 - 14:23